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WAZ: Bildungsverweigerer - Kultur des Aufstiegs. Kommentar von Frank Stenglein

    Essen (ots) - Menschen, die durchhingen, die keinen Anschluss fanden an den produktiven Teil der Gesellschaft, hat es zu allen Zeiten gegeben. In Maßen kann und muss der Sozialstaat hier helfen. Einst gegründet, um die Unwägbarkeiten des Lebens abzusichern, hat er sich zur Lebensgrundlage entwickelt für eine relativ üppige Unterschicht. Das Wort ist unschön, es beschreibt aber treffend Menschen, die sich auch selbst so empfinden: als abgehängt, als "unten". Viel wichtiger als Semantik ist aber etwas anderes: Wenn nicht alles täuscht, nimmt der Anteil der Bildungs- und Anstrengungsverweigerer zumal unter den Jüngeren weiterhin zu. Dadurch erhält die Unterschicht nicht nur Nachschub, sie wächst. Nötig wäre das Gegenteil. Ein rohstoff- und geburtenarmes Land wie unseres kann auf das Wissen und die Leistungsfähigkeit so vieler brachliegender Talente nicht verzichten. Ohne die Chance - und den Willen! - zum persönlichen Aufstieg droht ein Wohlstandsverlust, der erst schleichend, aber irgendwann mit großer Wucht kommt.

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