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WAZ: Bluttests bei Daimler Benz - In der Grauzone - Leitartikel von Sven Frohwein

    Essen (ots) - Daimler bittet zum Bluttest, RWE und Thyssen-Krupp durchleuchten Bewerber auf verbotene Substanzen. Und der potenzielle neue Mitarbeiter? Der hat keine Wahl. Wer nicht spurt, bekommt keinen Job. Natürlich kann man Verständnis haben für die Einstellungspraxis der Unternehmen. Wer möchte schon einen Drogensüchtigen oder einen Alkoholkranken in verantwortlicher Position? Vor allem dann, wenn dieser Dritte gefährden könnte? Niemand. Aber rechtfertigt das Testverfahren, auf die der Bewerber keinen Einfluss hat? Deren Umfang er nicht überschauen kann, wenn er erst einmal sein Einverständnis zur Blutentnahme gegeben hat? Nein. Und der Betriebsarzt ist vor allem einem verpflichtet: seinem Arbeitgeber. Natürlich hat der Jobsuchende die Möglichkeit, einen anderen Mediziner mit dem Check zu beauftragen. Seine Chance auf Einstellung - dazu bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten - wird das nicht gerade verbessern. Die Unternehmen operieren mit ihren Untersuchungen in einer Grauzone. Eine genaue gesetzliche Regelung fehlt. Gut für die Konzerne, schlecht für die Bewerber.

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