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WAZ: Kompromiss zur Wehrpflicht - Freiwillige vor. Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Auch das gehört zur Abteilung Murks-Kompromiss des schwarz-gelben Bündnis-Experiments: Die Union von Kanzlerin Merkel ist entschiedene Verfechterin der allgemeinen Wehrpflicht, die FDP lehnt diese ab. Und was kommt heraus? Ein schwachbrüstiger Zwitter: Man will die Wehrpflicht auf sechs Monate verkürzen. Wie wäre es denn, die Frage der Wehrpflicht final durch Fakten zu klären?   Fakt ist, dass nur noch jeder fünfte Mann eines Jahrgangs zum Wehrdienst einberufen wird. Von "Wehrgerechtigkeit", Wehr-Motivation und der ursprünglichen Absicht staatspolitischer Erziehung darf man so nicht mehr unbedingt reden. Fakt ist, dass in einer friedlichen, wachsenden europäischen Gemeinschaft sich der Vorrat an Feinden allmählich erschöpfte. Gegen wen müsste Berlin in welchem (Verteidigungs-) Fall mobilisieren? Fakt ist vor allem, dass die Bundeswehr für die internationalen Konflikte der Gegenwart hochspezialisierte, hochmotivierte und bestausgebildete Einheiten braucht. Die Wehrpflicht leistet das nicht. Warum also noch Wehrpflicht und keine Freiwilligenarmee? Übrigens: Weder Soldaten noch Zivildienstler können in sechs Monaten ihr Metier ordentlich erlernen.

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