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WAZ: Schwarz-Gelbe Pflegereform - Jeder für sich. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Das Solidarprinzip ist der FDP ein Relikt aus grauer Vergangenheit. Sie würde am liebsten alle Sozialkassen, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern befüllt werden, privatisieren. Doch das Umlagesystem lässt sich nicht einfach durch das Prinzip "Jeder spart für sich selbst" ersetzen. Die Berufstätigen müssen die heutigen Rentner und Pflegebedürftigen noch viele Jahre versorgen. Jeder Euro, den sie nebenbei für sich selbst abzweigen müssen, tut weh. Und jeder Euro zusätzlicher Ausgaben entfernt die Bürger vom Ziel "mehr Netto vom Brutto". Dennoch ist es nicht verkehrt, selbst für den Fall, pflegebedürftig zu werden, vorzusorgen. Und wenn eine Umsteuerung halbwegs verträglich möglich ist, dann in der kleinsten Sozialkasse, deshalb wird die Pflegeversicherung zum Versuchsfeld. Doch klar muss auch sein, was ein langfristiger Systemwechsel nicht ändert: die aktuelle Situation in den Pflegeheimen. Die jüngsten Verbesserungen für Demenzkranke können nur ein Anfang sein. Die Kosten steigen auch in naher Zukunft. Sie müssen ebenfalls beglichen werden. Private Zusatzvorsorge hilft erst in 20, 30 Jahren.

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