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WAZ: Bus gegen Bahnfrust. Kommentar von Wilfried Beiersdorf

Essen (ots) - Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen Jahren Vieles getan, um selbst ihren treuesten Kunden die Freude am Reisen zu verderben: Fahrpreis-Dschungel, Gebühren für einst kostenlosen Service - und natürlich das Standardprogramm mit oft überfüllten und verspäteten Zügen. Pünktlich waren stets nur die Tariferhöhungen. Der Frust vieler Menschen wird dadurch gesteigert, dass sie keine Alternative zur Bahn haben. Wenn es die neue Koalition schafft, den Fernbuslinienverkehr in Deutschland von seinen fast 80 Jahre alten Fesseln zu befreien, dürfte ihr der Dank des Bahnfahrervolks sicher sein. Mit etwas mehr Fahrzeit, aber zum halben Bahnpreis - das wird die Mobilität vieler Menschen verbessern. Häufigere Verwandtenbesuche werden erschwinglich. Ältere, die sich wegen defekter Rolltreppen nicht mehr in Bahnhöfe wagen, kommen mit Bussen bequemer an ihr Ziel. Selbst die Umwelt würde profitieren, da die CO2-Bilanz eines Busses pro Person und Kilometer günstiger ist als die eines Zuges. Auch wenn es zunächst nur ein dünnes Fernbusnetz geben wird - allein die Konkurrenz wird Wirkung auf die Bahn haben. Das ist überfällig. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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