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WAZ: Rote Liste bedrohter Tiere - Die Zeit drängt - Leitartikel von Daniel Freudenreich

    Essen (ots) - Einmal abgesehen vom Fischotter- und Biberbestand ist die Rote Liste der Wirbeltiere alarmierend. Fast 28 Prozent aller Arten gelten in Deutschland als aktuell bestandsgefährdet - und es ist davon auszugehen, dass dieser Prozentsatz steigt. Zum einen hat die EU die Direktzahlungen an Bauern für die Stilllegung von Agrarflächen abgeschafft. Damit fallen brache Äcker weg, die Bodenbrüter brauchen. Steigt der Holzeinschlag weiter an, wird dies Auswirkungen auf den Bestand der Waldvögel haben. Der Klimawandel tut sein Übriges. Mit höheren Temperaturen geht eine Verschiebung der Lebensräume einher. Abwandern können nur die Tierarten, deren Wege nicht verbaut sind. Ein konsequenter Naturschutz kann diese Entwicklungen nicht zurückdrehen, aber die Folgen abmildern. Neben zusätzlichen Schutzgebieten ist der Bau weiterer Grünbrücken ein Mittel, um durch Straßen abgetrennte Lebensräume wieder zu vernetzen. All das kostet Millionen - die auch in Krisenzeiten sinnvoll investiert sind. Je stärker Tierarten gefährdet werden, desto teurer wird am Ende deren Erhaltung, sofern sie noch gelingt.

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