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WAZ: Geplatzte Träume. Kommentar von Hayke Lanwert

    Essen (ots) - Er hatte große Träume, wollte sein Abitur machen, danach Jura studieren. Harut, der Junge auf dem Foto links. Doch nach elf Jahren in Deutschland wurden er und seine Familie nach Armenien abgeschoben. Dass die Ausländerbehörde dabei nach Recht und Gesetz vorging, daran gibt es keinen Zweifel. Doch neben Recht und Gesetz gibt es Mitmenschlichkeit und auch Ermessensspielräume.

      Nicht jede Ausländerbehörde in Nordrhein-Westfalen hätte ihn,
einen Menschen mitten in der Ausbildung, mit guten Zukunftschancen,
in sein Herkunftsland abgeschoben. Laut Europäischer
Menschenrechtskonvention ist er ohnehin ein "faktischer Inländer".
Einer, der in Deutschland aufgewachsen ist, gut integriert, unsere
Sprache beherrscht und nicht straffällig geworden ist.

      Dass er nun, wo öffentlicher Druck die Ausländerbehörde zum
Umdenken bewegte, in Armenien festsitzt, ohne Pass und Chance ein
Visum zu beantragen, ist bittere Ironie dieser Geschichte. Nur
Engagement auf Regierungsebene kann ihn jetzt noch zurückholen. In
sein Land.

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