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WAZ: Abwärts ist gerecht - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Wer die Durchschnittsgehälter der Manager von Unternehmen im deutschen Aktienindex Dax in ihrer absoluten Höhe akzeptiert, muss feststellen, dass es in dieser Krise auch gerecht zugeht. Ein Fünftel weniger Gehalt - das zeigt, die Chefetage ist nicht der Selbstbedienungsladen, für den sie zuweilen gehalten wird. Jedenfalls nicht in der oft vorgetragenen Pauschalität. Ausreißer wie Porsche-Chef-Gehälter und selbstvergessene Banken-Bosse, die auch noch vom Steuergeld Millionen einklagen wollen, gibt's immer. Die öffentliche Debatte und Empörung über solcherlei unappetitliche Fälle haben Früchte getragen. Die Gesetzesverschärfung mit Blick auf die Kontrollpflichten der Aufsichtsräte zeitigen ebenfalls Erfolge. Insgesamt scheint das Bewusstsein in der Kaste der Top-Manager gewachsen zu sein, dass nicht alles in Ordnung ist, was der Vertrag hergibt. Wenn ab kommendem Jahr dann noch die Aktionäre auf den Hauptversammlungen ihrer Unternehmen über die einzelnen Gehälter debattieren, ist ein Maß an Öffentlichkeit und Transparenz hergestellt, das Exzesse vermeiden sollte.

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