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WAZ: Größe führt in den Sozialismus - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Es mag akademisch klingen: eine Wachstumsbremse für Banken. Die Debatte ist allerdings alles andere als theoretisch, was ein jeder unterstreichen kann, dem der Kamm schwillt angesichts der zig Milliarden an Steuergeld, mit denen der Staat Banken retten muss. Es rührt an die Wurzel der Marktwirtschaft, wenn eine Bank im Falle ihres Zusammenbruchs eine Volkswirtschaft in den Abgrund reißen kann. Größe führt mithin zu einem Erpressungspotenzial gegenüber der Gesellschaft - und das darf Politik nicht zulassen. Marktwirtschaft lebt auch vom Scheitern. Eine Größenbegrenzung von Banken wäre schnell eingeführt: wenn das Eigenkapital, das Banken für ihr Geschäft hinterlegen müssen, überproportional zum Wachstum steigen muss (ähnlich der Einkommenssteuer), wird Größe weniger rentierlich. Freunde der Marktwirtschaft denken solche Mechanismen für die Energie- und Versicherungsbranche. Auch die Allianz dürfte der Staat ob der Risiken fürs System nicht pleitegehen lassen. Schiere Größe führt also in den Sozialismus. Seltsam, dass die sonst so lauten Liberalen dazu nichts sagen.

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