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WAZ: Die Kapitalisten der IG Metall - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Diese Wirtschaftskrise gebiert so manche Absonderlichkeit. Milliarden schwere Rettungsaktionen von Banken oder Opel sind eine. Die Strategie der IG Metall, Mitarbeiter für ihre Zugeständisse bei Hilfsmaßnahmen zu Aktionären zu machen, sind eine andere. Beides ist durchaus problematisch. Staatseinfluss in den Unternehmen hat noch nie gut getan, siehe das Desaster bei den Landesbanken. Und ob ein noch größerer Einfluss der IG Metall auf strategische Entscheidungen der Unternehmen gut tut, ist fraglich. Erstens erhielte die Sozialpartnerschaft aus Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften eine Unwucht, wenn bei Tarifverhandlungen unter dem Tisch auch Anteilseigner säßen. Zweitens ist die Strategie von IG-Metall-Boss Huber, die Gewerkschaften als Co-Bosse mit in strategische Entscheidungen einzubinden, brandgefährlich: nämlich wenn's schief geht und in der Folge Entlassungen drohen. Dann stehen die Gewerkschaftskapitalisten schnell mit am Pranger. Viele Betriebsräte leisten gerade in dieser Krise anerkannt gute Arbeit. Die IG Metall sollte es dabei belassen.

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