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WAZ: Wahlen in Afghanistan - Sicherheit tut not. Kommentar von Dirk Hautkapp

    Essen (ots) - Die jüngsten blutigen Anschläge im Herzen Kabuls kamen mit Ansage. Taliban und andere Kriminelle sehen in den Attentaten ihre vorläufig letzte Chance, den langsam Fahrt aufnehmenden afghanischen Demokratiezug aufzuhalten. Jede Stimme für Kandidaten, die dem gebeutelten Staat eine zivilisierte Perspektive geben wollen, ist eine Stimme gegen die, die Afghanistan als lukratives Spielfeld für Drogenhandel, Korruption und pseudoreligiöse Steinzeit-Ideologien missbrauchen. Ob am Ende der ebenso glücklose wie zwielichtige Amtsinhaber Hamid Karsai gewinnt, erscheint zunächst zweitrangig. Wer mit wem, wer gegen wen paktiert und warum, das ändert sich in diesem mit westlichen Augen kaum zu durchdringenden Land oft binnen Tagen. Es wäre vermessen, die Wahl an den Güteklassen traditioneller Demokratien messen zu wollen. Damit die Wahl in halbwegs rechten Bahnen verlaufen kann, ist in Afghanistan gleichwohl eine neue Tradition zu begründen: die der inneren Sicherheit. Hier liegt der Schlüssel für die Zukunft. Ohne innere Sicherheit, ohne Rechtsstaatlichkeit und unabhängige Justiz bleibt jede wirtschaftliche Entwicklung ein Trugbild.

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