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WAZ: Oliver Wittke geht ins Baugeschäft - Mister 200 Prozent - Leitartikel von Christoph Meinerz

    Essen (ots) - Ex-Landesbauminister heuert bei landesweit bekanntem Baulöwen an." Oder: "Einflussreicher Bauunternehmer kauft sich ehemaligen Bauminister ein" - wie man die Nachricht auch dreht, ein "Geschmäckle" bleibt. Es liegt an der Verbindung an sich, die den Verdacht entweder nachträglicher Dankbarkeit oder der Hoffnung auf künftige politische Einflussnahme nährt. Letzteres wird dadurch unterfüttert, dass Bau-Geschäftsführer Wittke sein Landtagsmandat und die Funktion als CDU-Wirtschaftssprecher behalten will. Womit wir bei der Grundsatzfrage sind, ob ein Berufspolitiker überhaupt zwei Vollzeitjobs gleichzeitig ausüben kann. Das ist allerdings kein Spezialfall Wittke. Lang ist die Liste der Abgeordneten, die parallel weiterhin aktiv in einem "bürgerlichen" Beruf tätig sind. Zu kritisieren ist die nassforsche Art, mit der Wittke seine neue Doppelfunktion verkauft: Er habe als Minister 200 Prozent gearbeitet, da könne er auch 100 Prozent Politiker und 100 Prozent Baugeschäftsführer sein. Damit schlägt der "Supermann" jedem Abgeordneten ins Gesicht, der sein Amt als Volksvertreter als Vollzeittätigkeit begreift.

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