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WAZ: Piraten als Seemacht - Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Dass es im 21. Jahrhundert Piraten gibt, ist erstaunlich genug. Dass es einer internationalen Flotte von bestausgerüsteten Marineeinheiten nicht gelingt, die Verbrecher unschädlich zu machen; dass diese immer dreister zuschlagen, will nicht in den Kopf.

      Richtig ist, dass die Kriminellen extrem mobil sind. Richtig ist
auch, dass das zu schützende Seegebiet riesige Ausmaße hat, und dass
die Piratenjäger nicht überall wachen können. (Schlimm genug, dass
ihre Einsatzkraft von verantwortungslosen Yachtbesitzern wie den
jetzt befreiten Franzosen gebunden wird).

      Nur: Wenn es zutrifft, dass die Kriminellen allein 2008 rund 60
Millionen Dollar erbeutet haben; dass die Versicherungsprämien der
Reeder empfindlich steigen; dass die Verbrecher beginnen, sich
vernetzt zu organisieren - wird es Zeit, neue und effektivere
Abwehrpläne zu entwerfen.

      Frachtfahrten in gesicherten Konvois wann immer möglich wären
gewiss eine der simpelsten Alternativen. Politischer Druck auf die
Reste der somalischen Staatsautorität der komplizierteste Weg. Allein
- so wie bisher kann es spätestens seit dem ersten Toten nicht
weitergehen.

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