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WAZ: Schröder trifft Ahmadinedschad - Klare Kante - Leitartikel von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Ahmadinedschad fordert mit seinen Atomexperimenten die Weltgemeinschaft heraus. Ahmadinedschad unterstützt skrupellose islamistische Kräfte. Und Ahmadinedschad ist vor allem der Provokateur, der nicht nur den NS-Völkermord leugnet, sondern der Israel auslöschen will. Deshalb sind die scharfen Worte verständlich, mit denen der Zentralrat der Juden in Deutschland Schröders Treffen mit Irans Präsidenten belegt. Sie sind für den Zentralrat ein Muss. Welches Bild böte er dar, würde er das Treffen mit dem Todfeind Israels ohne lauten Widerspruch dulden? Nur - bricht Schröder tatsächlich mit dem politischen Anstand? Verrät er die demokratisch-westliche Haltung, die den Hasardeur Ahmadinedschad längst isoliert? Schröder täte es, striche er ihm um den Bart. Doch indem er im Iran die Leugnung des Holocaust öffentlich als verlogen geißelt und so den Präsidenten im eigenen Haus düpiert, setzt der frühere Kanzler ein deutliches, Ahmadinedschads Abenteurerpolitik zurückweisendes Zeichen. Auf diese Art dem Präsidenten Grenzen aufzuzeigen, kann mehr helfen als ritualisierter Protest.

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