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WAZ: Karneval in der Krise - Kommentar von Petra Koruhn

    Essen (ots) - Selbst Menschen, die zum Lachen gerne in den Keller gehen, können dem organisierten Treiben heute kaum entkommen: Mit großem Helau hat der Rosenmontag den Alltag im Griff. Im Rheinland sowieso. Aber auch bei uns im Ruhrgebiet werfen die Narren mit Konfetti und guter Laune um sich.

      Zwar prophezeien Umfragen den Untergang der Narretei: Nur noch
jeder Fünfte gehe heute als Karnevalist durch. Vor 40 Jahren war es
noch jeder Dritte (laut Allensbach-Statistik). Doch schaut man in die
Gesichter, spürt man, dass sich kaum einer den Spaß nehmen lässt.
Immerhin gaben 83 Prozent der Deutschen vor, sich auf einer jecken
Party auszutoben (Emnid). Feiern ist ein Bedürfnis. Trotz der Krise?
Sagen wir: auch in der Krise.

      Gefeiert wird - Krise hin oder her - immer. Auch wenn die
Organisatoren von Einbrüchen im Sponsoring sprechen, wenn in Köln
schon ein Drittel weniger Kamelle fliegt: Der Karneval wird's
überleben. Denn wo lässt sich besser vom Alltag abschalten, als da,
wo die Bankenkrise höchstens noch als Pointe zählt? Karneval macht
sich übers Leben lustig. Und wir über uns. Was gibt es Schöneres?

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