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WAZ: Instinktlose Banker-Boni - Kommentar von Christopher Shepherd

    Essen (ots) - Noch vor kurzem geißelte Finanzminister Peer Steinbrück das Raffgier-Gehabe von Bankmanagern. Er habe "null Verständnis" für deren Abkassier-Mentalität, sagte er mit Blick auf die hohen Boni für Bankchefs. Natürlich hat Steinbrück Recht, dass in Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik solche Boni moralisch nicht zu rechtfertigen sind. Erst recht nicht bei Banken, die von Staatshilfen profitieren. Und das ist bei der Dresdner Bank der Fall. Schließlich wird sie von der Commerzbank übernommen, die Milliarden vom Bund erhalten hat. Zudem ist es gänzlich unverständlich, dass die Dresdner Bank Milliardenverluste macht und tausende Stellen abbaut - auf der anderen Seite aber Millionenzahlungen heraushaut. Der Staat hat es aber in der Hand, diesen Boni-Wildwuchs einzudämmen - zumindest bei Banken, die Staatshilfen erhalten: Für sie müssen strikte Regeln geschaffen werden, wann Bonuszahlungen geleistet werden dürfen. Das hätte Steinbrück auch längst machen sollen, dann hätte er schon mal einen Grund weniger zum Lamentieren.

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