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WAZ: Rückkehr der Ultrakonservativen - Riesenschritt zurück - Leitartikel von Angelika Wölk

    Essen (ots) - Die Aufhebung der Exkommunikation der vier ultrakonservativen Bischöfe mag von Benedikt XVI. vielleicht tatsächlich als ein Schritt zur Versöhnung gemeint sein. In seiner Wirkung jedoch ist dieser Schritt alles, nur nicht versöhnlich. Er reißt neue Gräben auf. Und er wirft einen dunklen Schatten auf Benedikt. Denn es handelt sich bei den Bischöfen nicht bloß um eine Gruppe am rechten Rand der Kirche. Nein, sie wünschen sich die Kirche in die Zeiten vor dem Zweiten Konzil zurück, lehnen die ökumenischen Gespräche mit den Protestanten ab und verteufeln Aussagen zur Religionsfreiheit. Indem Benedikt ihnen die Hand reicht, adelt er zugleich ihre Vorstellungen. Damit bewegt sich der Vatikan zum ersten Mal seit langem in Riesenschritten - er geht aber nicht nach vorn, er bewegt sich weit zurück. Noch viel schwerer wiegt aber der Fall von Richard Williamson, der den Holocaust entschieden leugnet. Einen solchen Mann als Bischof anzuerkennen, als "Hirte", als Vorbild für Katholiken, das ist unerträglich, es ist geradezu skandalös.

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