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WAZ: Entschädigung für "Spritfresser" - Normverbrauch am Ende - Leitartikel von Gerd Heidecke

    Essen (ots) - Die Stuttgarter Oberlandesrichter haben allen Autobauern zu Nikolaus Bitterschokolade auf den Teller gelegt. Im konkreten Fall geben weniger als zehn Prozent Abweichung vom papiernen Normverbrauchswert Autokäufern neue Rechte. Auch wenn weiterhin jeder Einzelfall im Labor geprüft werden muss, hat man eher Anspruch auf Entschädigung und Übernahme der hohen Gutachterkosten. Bislang versuchten die Anwälte oft, Verfahren mit Schweigegeldzahlungen zu ersticken. Die Automobilhersteller fürchten nämlich die Diskussion um den Unsinn des Normverbrauchs wie Zucker im Tank. Das Erreichen der anhand des Normverbrauchs definierten Klimaschutzziele gerät ohne immer mehr kleine Tricksereien in Gefahr. Mit denen wird aber die Differenz zwischen theoretischem Spritbedarf und tatsächlich teuer vertankten Litern immer größer. Einfacher Ausweg: Endlich weg mit dem Normverbrauch, her mit einer praxisgerechten Literangabe und dementsprechend des CO2-Ausstosses. Von der Industrie ist da nichts zu erwarten, und von der Politik zurzeit auch nicht. Bleibt nur zu klagen.

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