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WAZ: Beherzte Notenbanker - Kommentar von Detlef Fechtner

    Essen (ots) - Erfreulicherweise haben sich Europas Notenbanker entschlossen, beherzt zu handeln. Denn: Erstens schmiert die Konjunktur ab - da braucht es auch eine Lockerung des Geldgürtels. Zweitens vertrauen sich die Banken immer noch nicht, deshalb bleibt die Gefahr einer Kreditklemme akut. Und drittens sinkt die Teuerungsrate in einem Tempo, das nicht erfreulich ist. Na, klar: Gut, dass die Inflation nicht bei vier Prozent liegt wie im Frühjahr. Schlecht jedoch, wenn demnächst die Lebenshaltungskosten überhaupt nicht mehr steigen - oder sogar sinken. Dann droht eine Deflation - ein Streik der Konsumenten, weil alle damit rechnen, dass die Waren noch billiger werden. Die Folge ist Rezession und Arbeitslosigkeit. Gegen eine Deflation sind Notenbanken relativ machtlos. Bildlich gesprochen: Mit einem Seil können sie hohe Preise zwar einfangen, aber eben nicht niedrige Preise anschieben. Mit ihrer Zinssenkung haben die Notenbanker deshalb alles richtig gemacht - endlich. Sie schieben die Konjunktur an und senken das Risiko einer Deflation.

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