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WAZ: Vollkommen unkoordiniert. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Allerspätestens seit Gerhard Schröder den Autokanzler gegeben hat, reagiert die Politik unglaublich rasch, wenn das industrielle Zugpferd Stärkung benötigt. Es ist kein Zufall, dass der wahlkämpfende hessische Ministerpräsident Roland Koch als erster Bürgschaften für Opel zusagte. Das und auch den bemerkenswerten Wettlauf der Berliner Koalitionspartner könnte man als politischen Opportunismus geißeln und läge damit gar nicht so falsch. Nur machen sich Politiker manchmal ja auch mit der richtigen Sache opportun. Bund und Länder können Opel nicht beim Untergang zuschauen. Punkt. Doch davon abgesehen ist das vollkommen unabgestimmte Vorgehen sowohl der Ministerpräsidenten als auch der Kanzlerin und ihres Vizekanzlers mehr als fragwürdig. Aus etlichen Wortbeiträgen spricht eher die eigene Profilierung als sachorientiertes Krisenmanagement. Koch legt vor, Beck nach und Rüttgers noch einen obendrauf. Merkel lädt zum Autogipfel - Steinmeier will als Kanzlerkandidat nicht zurückstehen. Den Opelanern würde ein Rettter reichen.

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