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WAZ: Augenmaß und Weitsicht - Kommentar von Christopher Shepherd

    Essen (ots) - Mit dem Metall-Abschluss haben die Tarifpartner Augenmaß bewiesen und es nicht auf schädliche Streiks ankommen lassen. So hat die IG Metall ihre Lohnforderung mit Blick auf die Finanzkrise klar herunterschrauben müssen. Zudem wurde berücksichtigt, dass die Inflationsgefahr (bislang ein Argument für deutlich mehr Geld) bei einem Abschwung sinkt, da die Nachfrage zurückgeht und kaum Spielraum für Preissteigerungen besteht. Auf der anderen Seite konnten die Arbeitgeber die Beschäftigten nicht mit Almosen abspeisen. Schließlich hatten diese zum Aufschwung der vergangenen Jahre beigetragen. Und: Der Abschluss, den Gesamtmetall mit 2,9 Prozent beziffert, kommt mehr den Arbeitgebern entgegen, zumal Betriebe die zweite Erhöhungsstufe verschieben können.

      Dennoch mag manches Unternehmen überlegen, Personal abzubauen.
Diese Fachkräfte könnten aber beim nächsten Aufschwung fehlen. Besser
wäre es, von Flexibilisierungsklauseln Gebrauch zu machen - etwa die
Arbeitszeit ohne Lohnausgleich zu reduzieren. Solche Möglichkeiten
bestehen bereits und zeigen: Nicht erst mit diesem Tarifvertrag haben
Arbeitgeber und Gewerkschaft vernünftig gehandelt.

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