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WAZ: Bedrohtes Fußballidyll - Kommentar von Frank Lamers

    Essen (ots) - Der deutsche Profifußball ist ein Idyll. Hunderttausende strömen in die Stadien. Die Eintrittspreise sind relativ niedrig. Das Regelwerk verhindert, dass die Klubs sich an zockende Milliardäre verkaufen können. Und noch sind die Spielpläne nicht so zersplittert wie im restlichen Europa.

      Dieses Idyll jedoch ist bedroht. Weil auch der deutsche Fußball
das Geld des Bezahlfernsehens kassieren will. Weil dieses
Exklusivität benötigt. Weil das Bundeskartellamt gegen dessen
Interesse bestimmt hat, dass Fußball früh im freien TV zu sehen sein
muss.

      Damit das Bezahlfernsehen üppig löhnt, soll nun der Spielplan
zersplittert werden. Bundesliga wird es dann eben auch um 18 oder
auch um elf Uhr geben. Wahrscheinlich werden dann weniger Menschen in
die Arenen strömen. Wahrscheinlich werden Karten dann mehr kosten.
Wahrscheinlich wird dann auch irgendwann am Regelwerk gearbeitet
werden und ein Name wie Abramowitsch, Russe, Milliardär, im deutschen
Fußball auftauchen.

      Es geht eben um das Geschäft, wie der Pate, Italiener, Mafia,
sagt. Das kann man bedauern, wenn man Fan, Deutscher, Romantiker,
ist.

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