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WAZ: Mehr Sozialgeld gefordert - Was das Kind braucht - Leitartikel von Birgitta Stauber-Klein

    Essen (ots) - Man nehme einen Erwachsenen, der es gewohnt ist, mit wenig Geld auszukommen. Der die Stiefel jahrelang, sein Fahrrad jahrzehntelang nutzt. Der sich mit dem Fernsehen als Freizeitbeschäftigung begnügt und der es gewohnt ist, sich einfach zu ernähren. Von den Bedürfnissen dieser Personengruppe ziehe man 20 beziehungsweise 40 Prozent ab - schon hat man den Betrag X errechnet, der einem Kind zusteht.  Wohlfahrtsverbände und Kinderschutz-Organisationen beklagen seit langem, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Beispiel: In ihrer Hauptwachstumsphase brauchen Kinder ständig neue Schuhe. Sie brauchen eine Menge Sachmittel für die Schule, und zwar jedes Jahr aufs Neue. Sie brauchen - noch viel mehr als Erwachsene - gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe. Und sie haben einen enormen Bedarf an einer ausgewogenen Ernährung. Jugendliche essen sogar mehr als Erwachsene. Bei der Berechnung von Sozialgeld werden Kinder zu einer Art Erwachsener "light" gemacht. Ihre speziellen Bedürfnisse bleiben unberücksichtigt. Man kann dies auch Diskriminierung nennen.

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