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WAZ: MTV-Preis für Tokio Hotel - Der letzte Schrei - Leitartikel von Heiko Kruska

    Essen (ots) - Man muss mal etwas Respektvolles über Tokio Hotel sagen, selbst wenn es einem vielleicht widerstrebt. Der Magdeburger Teenietraum ist in den USA angekommen und damit in der ganzen Welt. Die MTV-Auszeichnung kommt einem Ritterschlag nahe. Dank Youtube & Co. werden sich über die Band nun Menschen schlau machen, die bisher nicht so genau wussten, wo Deutschland, geschweige denn Magdeburg, liegt und erkennen: Die nun offiziell beste Nachwuchsband gibt ihrer Generation eine Stimme, oder besser: ein Kreischen. Des Kritikers böse Zunge nennt das Phänomen ein Retortenprodukt. Man sollte wissen, dass kluge Köpfe die meisten Lieder verfassen, listige Manager lange getüftelt haben, bis die Maschinerie Tokio Hotel groß genug für die weite Welt wurde. Die vier Musiker aber konnten sie nicht erfinden, und Sänger Bill flatterte schon als Paradiesvogel umher, bevor ein Visagist ihn in die Finger bekam. Das wahre Kunststück war es also, diese Jungs zu finden. Von einer Mogelpackung zu reden, wäre unfair. Also tun wir's nicht und lassen uns überraschen, wie lange der letzte Schrei noch anhält.

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