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WAZ: Streit um den SPD-Kurs - Peitschenhieb - Leitartikel von Norbert Robers

    Essen (ots) - Es ist bezeichnend für die Unsicherheit der SPD, dass die Spitzengenossen einerseits den Aufschrei der Parteilinken als irrelevant beurteilen und sich andererseits über die innerparteiliche Aufregung wundern. Zwar spricht vieles dafür, dass die Mehrheit der SPD beispielsweise die Forderung nach Abschaffung der Rente mit 67 nicht unterstützen wird. Gleichwohl ist es naiv, zu glauben, dass der Appell verpuffen wird. Im Gegenteil: In dieser Phase, in der die SPD orientierungslos agiert, von rechts wie links eingekeilt wird, von einem Umfragetief ins nächste stürzt, und die Mitglieder scharenweise davonlaufen, wirkt auch der kleinste Flügelschlag wie ein Peitschenhieb - er schmerzt und hinterlässt eine Wunde. Der Druck steigt, täglich. In der ungeliebten Koalition mit der CDU kommt die SPD auf keinen grünen Zweig. Parallel dazu lässt die Linkspartei keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass es inklusive der Grünen eine linke Mehrheit gibt. Was tun? In Hessen mit der Linken koalieren und gleichzeitig Steinmeier als Kanzlerkandidaten aufbieten? Diese Konstellation würde die Leidenszeit nur verlängern.

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