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WAZ: Berlin muss erklären - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Wenn die Bundesregierung nicht bereits enormen Erklärungsbedarf gehabt hätte, jetzt hat sie ihn: Das Desaster im Umgang mit der Mittelstandsbank IKB und der drohenden Last von zehn Milliarden Euro für den Steuerzahler ist deutlich größer als bislang bekannt.

      Der Verdacht liegt nahe, dass entweder aus politischen Gründen
oder auf Grund dumpfer Vorurteile der russische Investor Lebedew in
seinem Werben um die Bank massiv ausgebremst wurde.
Arbeitsplatzzusagen, Entwicklungsperspektiven und vor allem die
Chance, mit der Bank das wachsende Geschäft von und nach Russland
auszubauen - das klingt alles andere als abwegig. Stattdessen hat die
Bundesregierung die Bank an eine ausgewiesene US-Heuschrecke
verscherbelt.

      Man möchte wissen: Waren die Mitglieder des Verwaltungsrates der
KfW, die staatseigene Muttergesellschaft der IKB, über das Angebot
informiert? Haben die Minister davon gewusst? Spielt es eine Rolle,
dass Lebedew ein ausgesprochen scharfer Kritiker Moskaus ist? Die
Forderungen nach einem Untersuchungsausschuss scheinen plausibler
denn je.

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