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WAZ: Besuch vom Wachtmeister - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Früher war alles besser. Wenn ein Jugendlicher "über die Stränge" schlug, wurde er unweigerlich "aufgegriffen" und bis zur Wohnungstür eskortiert, wo der "Herr Wachtmeister" dann mit dem "Herrn Papa" ein "ernstes Wort" sprach.

      Heute ist alles komplizierter. Und viel ernster. Der jugendliche
Intensivtäter, den man im Gelsenkirchener Modellprojekt erziehen
will, hat nicht im Nachbargarten eine Birne gemopst. Sondern
wahrscheinlich der Oma die Handtasche weggerissen, um seinen Dealer
zu bezahlen.

      Wie geht man also um mit einem 14-Jährigen, der pro Jahr fünf
oder mehr Straftaten begeht? Und der müde grinst, wenn man ihn auf
seinen "Herrn Papa" anspricht?

      Man schickt den "Wachtmeister". Der klopft an die Tür. Erklärt
geduldig, was man nicht darf. Schimpft auch mal. Hört sich simpel an,
diese Methode, ist aber erfolgreich, deshalb zur Nachahmung empfohlen
- und vielleicht auch gar nicht sensationell: So viele Bezugspersonen
hat solch ein Jugendlicher nämlich nicht, die mit ihm mal "ein
ernstes Wort" sprechen.

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