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WAZ: Reif für den Schrottplatz. Kommentar von Lutz Heuken

    Essen (ots) - Es gibt Nachrichten, die verschlagen einem schlicht die Sprache. Da lagern US-Atomwaffen in Deutschland, die Millionen Menschen töten können - und diese Todeswaffen gammeln offenbar schlecht bewacht vor sich hin. Und was machen die Politiker? Sie streiten tatsächlich darüber, ob man das Zeug abschaffen solle, oder ob man es doch lieber behalten möge - zur Abschreckung.

      In den 70er- und 80er-Jahren trieb die Furcht vor einem
Nuklearkrieg Millionen auf die Straße. Vielen erschien die Logik als
pervers, dass sich Feinde nur gegenseitig mit der Ausrottung der
Menschheit drohen müssten, um den Einsatz von Atomwaffen zu
verhindern. Die Kalten Krieger von damals halten ihre Strategie
übrigens bis heute für erfolgreich: Schließlich hat "der Russe" ja
nicht angegriffen.

      Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks aber ist auch diese
Rechtfertigung endgültig überholt. Denn: Wem will man heute mit
Massenvernichtung drohen? Die realen Gefahren der Welt - Hunger,
Umweltkatastrophen und Terrorismus - sind mit Atomwaffen nicht zu
bekämpfen.

      Das Teufelszeug
muss weg. Endlich und
endgültig.

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