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WAZ: WG statt Altenheim - Kommentar von Petra Koruhn

    Essen (ots) - Da ist sie wieder, die Vision vom perfekten Alterswohnsitz: Kommune statt Seniorenheim. Rotwein statt Hagebuttentee. Das hat was.

      Spätestens seit Henning Scherf, Bremens Ex-Bürgermeister, sein
Leben in der Alters-WG vor Talkmastern verkaufte, erwischte sich
manch einer - fünfzig-plus, Single, kinderlos - bei dem Gedanken:
Eine WG, das wär' die Hilfe gegen die Angst, die Einsamkeit.

      Gute Sache, nur scheiterte sie bisher an der Umsetzung. Nicht
einmal 5000 Senioren deutschlandweit leben in WGs, wohl auch, weil
sie nicht ausreichend gefördert werden. Doch nicht nur das. Oft fehlt
den Menschen schlicht der Mut. Wer das Individuelle gelebt hat, kann
sich nicht auf Kommando als Kommunarde fühlen. Der Wunsch ist da,
doch dann die bange Frage: Passen die da zu mir? Wer sportlich ist,
will keinen Stubenhocker neben sich. Für jeden Öko ist ein Raucher
Gift.

      Selbst, wenn wir unsere Egoismen überwinden, bleibt dennoch die
Frage, ob eine WG auch eine Alternative für Pflegebedürftige ist.
Wenn ja, muss noch viel geschehen. Ohne reichlich Profi-Kräfte läuft
da nichts.

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