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WAZ: Kein klares Konzept. Kommentar von Christopher Shepherd

    Essen (ots) - Nun malt also Eon-Chef Bernotat das Szenario an die Wand, dass in Deutschland die Lichter ausgehen könnten, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Der Hintergrund dieser Aussage ist klar: Mit längeren Laufzeiten für die Kernenergie lässt sich für Eon noch mehr verdienen. Dazu bereitet Bernotat den Boden für Preiserhöhungen, indem er Strom zum knappen Gut erklärt. Dennoch sollte man über seine Worte nachdenken. Denn tatsächlich fehlt es in Deutschland an einem schlüssigen Energiekonzept. So sollen alte Kohlekraftwerke vom Netz gehen, der Bau neuer Kraftwerke scheitert bisweilen aber am Bürgerprotest. Beim Gas sind die Preisrisiken groß, erneuerbare Energien werden so schnell die Stromversorgung nicht sicherstellen, die Atomenergie ist umstritten. Da wird auch die Große Koalition nicht weiterkommen. Schließlich will die SPD den Ausstieg aus der Kernenergie, die Union nicht. Ob man jetzt auf ein neues Atom-Zeitalter setzt oder nicht, wird da aber fast nebensächlich. Hauptsache es fällt überhaupt eine Entscheidung zum Energiekonzept. Dann können die Energiekonzerne sich darauf einstellen und in Technik und Versorgungssicherheit investieren.

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