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WAZ: Beck auf Geisterfahrt - Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Erst hatte er kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu - nein, dies soll nicht die Stunde sein, um Spott über Kurt Beck auszugießen, den Chef der SPD. Nur - seit der hessischen Angelegenheit drängen sich auch dem Wohlwollendsten Zweifel an der Führungsqualität auf. Was hat Beck - lang ist es nicht her - veranlasst, der Partei vorzugeben, im Westen keine Bündnisse mit den Linken einzugehen? Er weiß doch, dass die SPD ihre Koalitionsentscheidungen in den Ländern selbst fällt. Was hat ihn dann so jäh zum Strategiewechsel verleitet? Und damit viele (in anti-kommunistischer Tradition stehende) Sozialdemokraten in Loyalitätskonflikte gestürzt? Überhaupt: Wie kam er dazu, die SPD vom fernen Mainz aus führen zu wollen? Verkennt er die Partei, dieses in Herzensangelegenheiten sehr sensible Gebilde, oder überschätzt er sich selbst? Becks Taktieren ist unausgegoren und nicht von möglichen Folgen her durchdacht. Das gereicht weder einem Parteichef noch einem möglichen Kanzlerkandidaten zur Ehre. Beck sollte sich nicht zu sicher wähnen, weil die SPD (jetzt) keine Alternative zu ihm hat. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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