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WAZ: Sexueller Missbrauch in Kirche: Reue wäre angesagt - Kommentar von Angelika Wölk

    Essen (ots) - Das Thema "sexueller Missbrauch" ist für die katholische Kirche besonders heikel. Zu oft wurde da in der Vergangenheit verschwiegen und vertuscht. Erst, seit Johannes Paul II. rigoroses Vorgehen gegen Täter einforderte, hat sich Entscheidendes verändert. Doch dem Bischof von Regensburg fehlt diese Sensibilität. Er hätte großen Schaden von sich und der Kirche abgewendet, wenn er in dem aktuellen Fall Reue gezeigt hätte. Wenn er sich dafür entschuldigt hätte, dass das Bistum einen vorbestraften Priester in einer Gemeinde eingesetzt hat. Die Bischofskonferenz, die in Fulda tagt, äußert sich mit keinem Wort dazu. Sicherlich hat sie Recht, wenn sie erklärt, dass sie dafür nicht zuständig sei, dass es eine Angelegenheit des Bistums sei. Es stimmt - rein formal betrachtet. Doch es ist kein Zeichen von klugem Krisenmanagement. Es geht darum, der Öffentlichkeit - erneut - zu versichern, dass die Kirche das Thema ernst nimmt. Auch wenn die Bischofskonferenz eindeutige Leitlinien zum Umgang mit pädophilen Priestern veröffentlicht hat - es könnte allzu leicht der Eindruck entstehen, es gäbe etwas zu verdrängen.

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