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WAZ: Moskau legt KSE-Vertrag auf Eis: Logik der Macht - Leitartikel von Lutz Heuken

    Essen (ots) - Wladimir Putin ist wahrlich kein lupenreiner Demokrat. Der Russe knebelt daheim die Opposition und vertritt seine außenpolitischen Interessen mit großer Härte. Und wenn er jetzt auch noch einen der wichtigsten Rüstungskontrollverträge auf Eis legt, bietet sich der Kreml-Herr geradezu als Buhmann der Weltpolitik an. Doch so einfach ist es nicht. Denn so Besorgnis erregend die Reaktion in Moskau auch sein mag, so verständlich ist sie auch: Gegen den Willen Russlands wollen die USA ihr umstrittenes Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien installieren. Man stelle sich nur einmal vor, die Russen planten Ähnliches in Mexiko und Kuba, also vor der Haustür der Amerikaner. Niemand im Westen kann also ernsthaft erwarten, dass Putin, der Russland zu alter imperialer Größe zurückführen will, das Verhalten Washingtons tatenlos hinnimmt. Noch können ein neuer Kalter Krieg und ein neues Wettrüsten abgewendet werden. Die Verantwortung dafür liegt zuerst bei den präsidialen Machtmenschen Bush und Putin. Was allerdings keine Hoffnung machende Voraussetzung ist.

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