Märkische Oderzeitung: zu Indien

Frankfurt/Oder (ots) - Lange hat Indien nicht mehr solche Proteste erlebt, wie nach der tödlichen Massenvergewaltigung einer Studentin in der Hauptstadt Neu Delhi. Die Empörung kommt vor allen Dingen aus den Städten, von der wachsenden Mittelschicht, die sich nicht mehr damit abfinden will, einer teils unfähigen und korrupten Polizei ausgeliefert zu sein. Gleichzeitig wächst unter den Frauen der Widerstand dagegen, von Männern als Freiwild betrachtet zu werden, wie es in ländlichen Gebieten oft der Fall ist. Und gegen die Untätigkeit der Politik. Das Geschehen in der Hauptstadt fügt sich ein in eine lange Liste ähnlicher Fälle. Bislang blieben die Behörden träge. Vorstöße wie die Veröffentlichung von Vergewaltiger-Namen sind da nur Ad-hoc-Ideen. In Indien darf laut Verfassung zwar niemand wegen seines Geschlechts diskriminiert werden. Aber das ist Papier. Was Indien dringend braucht, ist eine Debatte über den alltäglichen Respekt vor Frauen.

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