Märkische Oderzeitung

Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder) kommentiert in ihrer Donnerstagsausgabe vom 1. Juli 2010 die Wahl von Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten:

Frankfurt/Oder (ots) - Fast scheint es auch, als stehe Angela Merkel kurz davor, sich nach zehn Jahren Parteivorsitz und fünf Jahren im Amt als Bundeskanzlerin zu Tode zu siegen. Von den Landesfürsten kann ihr keiner mehr gefährlich werden. Die einen sind zu klein, wie Carstensen, oder sie sind amtsmüde, wie von Beust oder Böhmer. Und andere, wie Oettinger, Koch, Rüttgers und nun auch der ins Bellevue weggelobte Wulff, sind der Kanzlerin abhanden gekommen, obwohl sie in der Union ganz oben waren. Es wird einsam um Angela Merkel, die sich eingestehen muss, dass sie es nicht verstanden hat, in der Koalition Vertrauen zu stiften. Wulffs holprige Wahl brachte ihr nicht den erhofften Befreiungsschlag.

Selten hat eine Präsidentenwahl so polarisiert. Das lag zum einen an den Kandidaten - der "linke liberale Konservative", wie Gauck sich selbst nennt, war wohl vielen Vertretern der Koalition doch näher als der smarte Schwiegersohn-Typ Wulff. Zum anderen aber lag es noch mehr an den Parteien, bei denen sich die Erkenntnis breit macht, dass das Mauscheln um Stimmen, die Debatten um den Fraktionszwang nicht nur das zu wählende Amt beschädigen, sondern auch politisch ein Selbsttor werden können. Für die Kanzlerin könnte dieser Tag zur beginnenden Götterdämmerung werden.

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