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Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zu Westerwelle/NATO-Außenministertreffen

Frankfurt/Oder (ots) - Dem liberalen Übervater und langjährigen Außenminister Genscher wäre eine solche taktische Fehlleistung wohl nicht unterlaufen. Westerwelles öffentliches Vorpreschen verärgerte Washington, das über die Atomwaffen ein Bein in Europa behalten will. Paris und London ziehen ihre Bedeutung vor allem aus dem Besitz dieser Waffen. Und die osteuropäischen Mitgliedstaaten wollen an der nuklearen Abschreckung unbedingt festhalten, weil sie Moskau misstrauen. Dass Westerwelle beim Außenministertreffen in Tallinn keineswegs unerwartet eine deutliche Abfuhr erteilt wurde, hat hoffentlich eine heilsame Wirkung. Abrüstung ist ein langwieriger und komplizierter Prozess, der sich nicht mit schmissigen Reden beschleunigen lässt. Westerwelle kann man bestenfalls zugute halten, dass er erst seit Kurzem international agiert. Nun muss er nur noch begreifen, dass die Hartz-IV-Debatte zwar wichtig ist, aber mit Rüstungskontrolle nichts zu tun hat.

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