alt=

"Meine Forderung, Gorbatschow ernst zu nehmen, wurde als Blauäugigkeit bezeichnet!" Hans-Dietrich Genscher im Exklusiv-Interview mit P.M. HISTORY über die deutsche Wiedervereinigung

    München (ots) - 13. August 2008 - Hans-Dietrich Genscher, deutscher Außenminister a.D.,  räumt mit alten Mythen auf. Im Interview mit dem Geschichtsmagazin P.M. HISTORY (ab Freitag im Handel) erzählt der Staatsmann, welche Widerstände er auf dem Weg zur deutschen Einheit überwinden musste. Besonders bewegend sind seine Erinnerungen an das erste Treffen mit dem russischen Hoffnungsträger Michail Gorbatschow. "Ihn beim Wort zu nehmen" sah Genscher "als historische Chance" - und stand damit auch in der deutschen Politik erst einmal ziemlich allein. Offen spricht der Außenminister der Wendezeit darüber, dass die Situation am Tag des Mauerfalls brenzliger war, als viele vermuten: "Wohl bestand die Gefahr, dass auf den unteren Ebenen der staatlichen Organe durch Unbesonnenheit geschossen wurde. Dazu kam es gottlob nicht."

    P.M. HISTORY beleuchtet in der aktuellen Ausgabe das Thema "Deutschland - einig Vaterland?" und widmet sich der dramatischen Geschichte von BRD und DDR im Kalten Krieg. Anlässlich des bevorstehenden Mauerfall-Jubiläums 1989-2009 hat das Magazin eine forsa-Umfrage in Auftrag gegeben, die ebenfalls heute veröffentlich wird. Ein Ergebnis dieser repräsentativen Befragung: Zwei Drittel der Deutschen denken, dass Ost und West immer noch nicht zu einem Volk zusammengewachsen sind. Hans-Dietrich Genscher ist dennoch optimistisch: "Vor allem die junge Generation lebt im Bewusstsein, dass die Vergangenheit der Eltern und Großeltern Trennung bedeutete, dass aber die Gestaltung der Zukunft eine gemeinsame Herausforderung ist." Der 81-Jährige verrät P.M. HISTORY, dass er immer Zuversicht gehabt habe, "dass ich bei einer normalen Lebenserwartung den Tag der Einheit miterlebe". Insgeheim hoffte Genscher auch, "daran mitwirken zu können". Alles in allem sei es "ein langer und schwerer Weg zur Einheit Deutschlands und Europas" gewesen.

    Dr. Sascha Priester, Redaktionsleiter P.M. HISTORY: "Hans-Dietrich Genscher prägte die deutsche Politik wie nur wenige und brillierte als diplomatischer Architekt der Wiedervereinigung. Als Zeitzeuge gewährt er uns jetzt einen Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik, der für das Verständnis der Wendejahre unverzichtbar ist."

Pressekontakt:
Simone Lönker
Kommunikation/PR
G+J Frauen/Familie/People
Gruner+Jahr AG & Co KG
Tel: 040 / 3703-2455; Fax: 040 / 3703-5703
E-mail: loenker.simone@guj.de

Das deutschsprachige Geschichtsmagazin P.M. HISTORY erscheint
monatlich bei Gruner+Jahr. Redaktionssitz ist München. Mit einer
verkauften Auflage von über einer Million Ausgaben pro Jahr ist P.M.
HISTORY Marktführer im Segment der Geschichtshefte.
In jeder Ausgabe berichten Journalisten und Experten über historische
Themen - von der Entstehung des Universums bis zur jüngsten
Vergangenheit. Geschichte wird zum Abenteuer und Lesevergnügen. P.M.
HISTORY ist auch in Österreich, der Schweiz, den BeNeLux-Ländern,
Italien und Spanien erhältlich.