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Sondermüllentsorgung: ein wachsender Markt

Frankfurt am Main, Deutschland, November 12 (ots/PRNewswire) - Im Jahr 2007 wurden europaweit 67,6 Millionen Tonnen Sonderabfälle gesammelt und behandelt. Ihre Toxizität, die damit verbundenen Umweltrisiken sowie die technischen und infrastrukturellen Anforderungen an die Entsorgung verleihen diesen Abfällen trotz ihres geringen Anteils am Gesamtmüllaufkommen einen hohen Stellenwert in der öffentlichen Diskussion. In den meisten europäischen Ländern gibt es Regierungsbehörden, die für die Entwicklung und Implementierung von Vorschriften zur Lagerung, Behandlung und Entsorgung von Sondermüll zuständig sind. Von der grossen Bedeutung dieses Themas profitieren in Westeuropa die Dienstleister im Bereich Sondermüllentsorgung, die allein im vergangenen Jahr einen Umsatz von 8,1 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten.

"Die richtige Entsorgung von Müll und speziell von Sonderabfällen hat in Europa traditionell hohe Priorität", sagt Karthikeyan Ravikumar, Research Associate bei Frost & Sullivan. "In letzter Zeit wurde der Markt für Sondermüllentsorgung wohl vor allem durch die Neudefinition des Begriffs Sondermüll' im Europäischen Abfallkatalog vorangetrieben. Da mittlerweile auch Abfälle wie beispielsweise kontaminierte Erde als Sondermüll gelten, hat sich das sachgerecht zu entsorgende Müllvolumen erheblich vergrössert. Einen erheblichen Einfluss auf alternative Behandlungsverfahren vor allem im Recycling-Sektor hatte auch die Implementierung der EU-Deponierichtlinie im Juni 2002. Danach müssen bestimmte Abfallgruppen, die bislang auf Deponien endgelagert wurden, mithilfe alternativer Methoden wie thermischer Behandlung, Stabilisierung, physikalisch-chemischer Behandlung oder eben Recycling enstsorgt bzw. umgewandelt werden".

An der Spitze der Ländermärkte für Sondermüllentsorgung steht Deutschland, wo diese Branche mit über einer Million Arbeitnehmern und einem Jahresumsatz von 2 Milliarden US-Dollar (2007) einen wichtigen Wirtschaftsfaktor ausmacht. So wurden hier im letzten Jahr rund 11 Millionen Tonnen Sondermüll behandelt. "Sein stabiles Konstrukt aus Vorschriften, Gesetzen und Infrastruktur hat Deutschland zu einem dominanten Player im Europamarkt werden lassen", kommentiert Ravikumar. "Zusätzlich ist Deutschland aufgrund seiner starken Infrastruktur mittlerweile eines der Zielländer für die Entsorgung von Sonderabfällen. Dazu haben auch der Anstieg des Müllvolumens, strengere Anforderungen und unzulängliche Behandlungs- und Entsorgungseinrichtungen speziell in den osteuropäischen Schwellenländern beigetragen. Aufgrund des starken Industriewachstums in machen dieser Staaten dürfte sich dieser Trend weiter fortsetzen, und einige grosse Branchenakteure sondieren diese Märkte bereits als potenzielle Standorte".

Zweitgrösster Ländermarkt mit einem Umsatzvolumen von 1,1 Milliarden US-Dollar (2007) ist Grossbritannien/Irland. Aufgrund der niedrigen Kosten und guten Verfügbarkeit wurden dort traditionell hauptsächlich Deponien genutzt, bis 2004 die Deponierichtlinie in Kraft trat und alternative Behandlungstechniken erforderlich machte -- eine Entwicklung, die in ganz Europa zu beobachten ist.

Auf Rang drei mit einem Marktwert von 909 Millionen US-Dollar im Jahr 2007 liegt Frankreich, wo die historische Entscheidung der Behörden zugunsten von Verbrennung und Valorisierung als ultimative Methoden der Sondermüllentsorgung die thermische Behandlung zum Mittel der Wahl machte. Wie Deutschland ist auch Frankreich wichtiges Zielland für Sondermüllexporte aus anderen europäischen Staaten, denen die entsprechende Infrastruktur vor allem für die thermische Behandlung fehlt. Weitere Wachstumsmotoren der Branche sind vergleichsweise geringe Importrestriktionen und ausreichend verfügbare Kapazitäten.

Als weitere wichtige Ländermärkte gelten Italien, Spanien, Portugal, die Benelux-Staaten, die Alpenanrainer und Skandinavien. Insgesamt ist der westeuropäische Markt für Dienstleistungen im Bereich Sondermüllentsorgung in vielen Ländern ein reifer Markt mit Aussicht auf ein stabiles Wachstum in den kommenden sieben Jahren.

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