Deutsches Rotes Kreuz

Weltkatastrophenbericht 2008
Über 200 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen

Berlin (ots) - 201 Millionen Menschen waren im Jahr 2007 von Naturkatastrophen betroffen. Das sind 61 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Über 23.000 Menschen starben bei Naturkatastrophen, 10.000 weniger als 2006. Mehr Betroffene, weniger Todesopfer: das geht aus dem diesjährigen Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hervor. Der Bericht wird am Donnerstag weltweit veröffentlicht.

Für das Rote Kreuz bedeutet die hohe Zahl an Betroffenen, dass immer mehr Menschen auf Katastrophenhilfe angewiesen sind. Zwar können die sinkenden Todeszahlen bedeuten, dass die Menschen besser auf Katastrophen vorbereitet sind, aber das Ausmaß der Zerstörung ist größer geworden. 657 Katastrophen verursachten dem Bericht zu Folge 63,5 Milliarden US Dollar an Schäden - fast eine Verdoppelung gegenüber 2006 (36,8 Milliarden US-Dollar).

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters: "Katastrophenhilfe ist teuer. Katastrophenvorsorge dagegen nicht. Wir müssen zukünftig agieren, bevor das Erdbeben oder der Wirbelsturm kommt. Nicht erst danach."

In Indonesien, ein Land mit durchschnittlich 100 Naturkatastrophen pro Jahr, wird genau diese Idee umgesetzt. Nach dem Tsunami 2004 hat das DRK mit Spendengeldern Schulen in Banda Aceh und der Umgebung wieder aufgebaut. Zusammen mit dem Indonesischen Roten Kreuz werden heute Katastrophenübungen mit den Schulkindern gemacht. Schutz suchen in höheren Gegenden, Erste Hilfe und ein sicheres Verhalten bei Erdbeben - alles wird regelmäßig geübt. Kinder sind hierbei die wichtigste Zielgruppe, denn sie nehmen nicht nur die Informationen am besten auf, sie geben sie auch an Freunde und Familie weiter.

Neben den neusten Erhebungen zu den Naturkatastrophen geht der Bericht ausführlich auf die Bedrohung durch HIV und AIDS ein. Jeden Tag infizieren sich 6.800 Menschen mit HIV und mehr als 5.700 sterben an AIDS, zumeist aufgrund unzureichender Gesundheitsversorgung.

33 Millionen Menschen leben heute mit HIV und 25 Millionen sind seit 1981 an AIDS gestorben. Im südlichen Afrika ist AIDS eine wahre Katastrophe. Nahezu die ganze Bevölkerung ist mittelbar oder unmittelbar betroffen. In Südafrika leben einer von fünf Lehrern mit HIV und in Botswana sind 20 Prozent der Mitarbeiter im Gesundheitssystem seit 1999 an AIDS gestorben.

Bis heute existiert kein Impfstoff gegen HIV. Patienten können aber mit antiretroviralen Medikamenten, die den Ausbruch von AIDS verzögern können, behandelt werden. Mit jährlichen Kosten von ca. 100 US-Dollar pro Person, können sich aber viele Menschen diese Behandlung nicht leisten. Von den sieben Millionen Patienten, die weltweit antiretrovirale Medikamente benötigen, haben nur zwei Millionen Zugang dazu.

"Diese Katastrophe, denn es ist eine Katastrophe, hätte verhindert werden können, wenn die Welt früh genug reagiert hätte. Aber Ignoranz, mangelnder politischer Wille und schlichte Berührungsangst hat Millionen Menschenleben gekostet", sagt Seiters.

Der Weltkatastrophenbericht ist ab Donnerstag Vormittag online unter http://www.ifrc.org abrufbar.

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