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DStGB: Krise als Chance für Reformen nutzen - Bündnis für Finanzverantwortung und Transparenz schaffen

Berlin (ots)

Anlässlich seiner 100-Jahrfeier hat der Deutsche
Städte- und Gemeindebund an die Politik appelliert, die 
Wirtschaftskrise als Chance für die notwendigen Reformen zu nutzen. 
"Die Wirtschaftskrise wird die Gesellschaft und unsere Zukunft 
nachhaltig verändern", sagte der Präsident des DStGB, 
Oberbürgermeister Christian Schramm, aus Bautzen. "Wir haben jetzt 
die Möglichkeit, Reformen beherzt anzugehen, weil die Bürger 
erkennen, dass der Staat mehr ist, als ein Dienstleister, der sich 
lediglich um das angenehme Leben seiner Bürger kümmert." Jetzt - so 
-Schramm - müsse Deutschland auf die Zeit nach der Krise vorbereitet 
werden. Die Globalisierung werde sich weiter beschleunigen und nur 
mit den notwendigen Reformen sei die Wettbewerbsfähigkeit und damit 
der Wohlstand Deutschlands zu sichern.
"Notwendig sind weitere Reformen der Sozialsysteme, damit der 
Sozialstaat gerade jetzt in der Krise funktions- und handlungsfähig 
bleibt." Als Beispiel nannte Schramm: Die überfällige Reform der 
Jobcenter, die stärkere Pauschalisierung von Sozialleistungen, um 
Bürokratie abzubauen, das konsequente Umsetzen der Rente mit 67 zur 
Stärkung der Rentenkasse und einen Ausbau der Fort- und 
Weiterbildung, insbesondere für Erwerbslose. "Auf den Grundsatz 
"Fördern und Fordern" dürfen wir nicht verzichten, denn es ist die 
einzige Möglichkeit, den Erwerbslosen jedenfalls mittelfristig wieder
den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen. In der Wirtschaftskrise 
haben sich gerade die kleinen Unternehmen, die Sparkassen, die 
Kommunen und die Kommunalwirtschaft als Stabilitätsfaktor erwiesen", 
sagte Schramm. Deshalb dürften diese wichtigen Pfeiler unserer 
Gesellschaft nicht geschwächt, sondern müssten konsequent gestärkt 
werden. "Gerade das ist es, was die Bürgerinnen und Bürger, aber auch
die Wähler erwarten. Es wäre deshalb falsch, die Krise der 
Landesbanken auf die Sparkassen abzuwälzen. Eine Fusion von "kranken 
Landesbanken" mit den "gesunden" Sparkassen lehnen wir ab. Wir wollen
auch kein Eindringen der Landesbanken in die bewährten 
Geschäftsfelder der Sparkassen mit ihrer regionalen Verankerung", 
führte der Präsident aus.
Die Stadtwerke und die Kommunalwirtschaft mit ihren über 260.000 
Beschäftigten sichern die notwendigen Einrichtungen der 
Daseinsfürsorge für die Bürger und haben deshalb Anspruch auf die 
Unterstützung durch die Politik. Die immer wieder erhobene Forderung 
nach Privatisierung nach dem Motto: "Privat vor Staat" werde von der 
deutlichen Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert.
Schramm forderte schließlich ein Bündnis für Finanzverantwortung 
und Transparenz zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Der riesige 
Schuldenberg von über 1,6 Billionen Euro und die jährlichen 
Zinsausgaben der öffentlichen Hand von über 71 Mrd. Euro bedrohten 
die Handlungsfähigkeit unseres Gemeinwesens. "Wir müssen deshalb Wege
aus der Schuldenfalle finden", sagte Schramm. Dazu gehöre 
Transparenz, welche staatlichen Leistungen wie finanziert werden. 
Immer weitere Leistungs- oder Sozialversprechen seien damit nicht 
vereinbar. In diesem Zusammenhang forderte Schramm ein Konzept zur 
Finanzierung des Weges in die Bildungsrepublik. "Es macht keinen 
Sinn, besser qualifizierte Kindergärtnerinnen, mehr 
Kindergartenplätze, bessere Lehrer und kleinere Klassen, mehr 
Hochschulen und Fachhochschulen zu fordern, ohne ein nachhaltiges 
Finanzierungskonzept zu beschließen."
Schramm warnte die Politik im Rahmen des Wahlkampfes den Bürgern 
immer neue Entlastungen zu versprechen. Dies sei ohne Leistungsabbau 
und Gegenfinanzierung nicht darstellbar. Zumal die Bürger durch die 
Wiedereinführung der Pendlerpauschale, die Reduzierung des 
Eingangssteuersatzes und (ab 2010) durch die steuerliche Anerkennung 
der Krankenkassenbeiträge (2010)  bereits um über 20 Mrd. Euro 
jährlich entlastet worden sind. Steuerreformen müssten deshalb das 
Steuersystem transparenter, einfacher und vollzugsfähiger machen. 
Damit könnten auch Bürokratiekosten eingespart werden. Entlastungen 
ohne Gegenfinanzierung seien aber nicht umsetzbar, sagte Schramm.

Pressekontakt:

Kontakt:

Franz-Reinhard Habbel
Sprecher des DStGB
Tel.: 030/77307-225
E-Mail: Franz-Reinhard.Habbel@dstgb.de

Original-Content von: Deutscher Städte- und Gemeindebund e.V., übermittelt durch news aktuell

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