Kaffeeverband: Kartellbußgeldbescheid erwartet

Hamburg (ots) - Der Deutsche Kaffeeverband erwartet nach eigenen Aussagen in den nächsten Tagen einen Bußgeldbescheid vom Bundeskartellamt in einer Größenordnung von voraussichtlich bis zu 90.000 Euro. Die Behörde legt dem Verband zur Last, Anfang des Jahres 2005 mit einer Pressemitteilung ein Kartell von Kaffeeunternehmen gefördert zu haben.

Die Pressemitteilung vom Februar 2005 lautete:

"Kaffeepreiserhöhung im Außer Haus Bereich kurzfristig erwartet

Die Kaffeepreise im deutschen Außer Haus Markt sind seit 2000 stabil geblieben, während die Rohkaffeenotierungen jedoch im Vergleichszeitraum um mehr als 35% angestiegen sind.

Diese Rohkaffeepreissteigerungen und die weiteren Erhöhungen im Verpackungsbereich (z.B. Folien), die auf dem Rohölpreis basieren, sowie Energie- und Personalkosten, die explodierenden Frachtkosten im Seeverkehr und andere Transportsektionen, machen schon lange eine Preiserhöhung notwendig.

Um den Qualitätsstandard für den Konsumenten zu erhalten, kann sich die deutsche Kaffeewirtschaft auch im Außer Haus Bereich einer Preiserhöhung kurzfristig nicht entziehen.

Der Deutsche Kaffee-Verband e.V. Hamburg rechnet daher kurzfristig auch mit einer Kaffeepreiserhöhung in diesem Bereich in einer Größenordnung, wie sie derzeit im Handel vollzogen wird."

Der Kaffeeverband kann nicht ausschließen, dass im Zusammenhang mit der Herausgabe dieser Pressemitteilung in der Vergangenheit rechtswidriges Verhalten erfolgt ist und wird daher keine Rechtsmittel gegen den Bescheid einlegen. Die damalige Hauptgeschäftsführung hat aus Unwissenheit gehandelt und die kartellrechtliche Problematik dieser Pressemitteilung nicht erkannt.

Die heutige Hauptgeschäftsführung und der Vorstand des Verbandes bedauern den Sachverhalt, zumal bereits vor dem Bekanntwerden der Ermittlungen ein "Compliance Programm" zur Sicherstellung der rechtmäßigen Verbandsarbeit eingeführt wurde. Dieses Programm ist ein Leitfaden zur rechtlich korrekten Arbeitsweise im Verband. Jeder Delegierte eines Mitgliedsunternehmens, der an einer Sitzung des Verbandes teilnimmt, muss dieses Programm unterzeichnen und sich dadurch verpflichten, die Leitlinien einzuhalten.

Der Deutsche Kaffeeverband empfiehlt aufgrund der eigenen Erfahrung anderen Verbänden, sämtliche Aktivitäten, sollten sie auch noch so harmlos erscheinen, mit äußerster Sorgfalt auf kartellrechtliche Relevanz zu prüfen und interne Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Leitlinien einzuführen.

Der Kaffeeverband mit Sitz in Hamburg vertritt seit 1969 die deutsche Kaffeewirtschaft gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er ist die zentrale Servicestelle zu allen Kaffeefragen für seine rund 140 Mitglieder.

Pressekontakt:

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Deutscher Kaffeeverband e.V.
Holger Preibisch
(Hauptgeschäftsführer)
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