Europe's 500

Europe's 500 fordert eine stärkere Einbindung der EU für einen rascheren Aufschwung

München (ots) - Top Unternehmer, Professoren und Vertreter der Europäischen Kommission und des Weltgewerkschaftsbundes, der ITUC, trafen sich auf dem Europe's 500 Roundtable an der IESE Business School in Barcelona, um zum Thema "Re-Thinking Growth - Not macht erfinderisch" Maßnahmen aus der Wirtschaftskrise zu diskutieren.

Folgende Empfehlungen wurden von Europe's 500, der europäischen Vereinigung der Wachstumsunternehmer, präsentiert:

1. Die EU sollte Teilzeitarbeit fördern (best practice Modelle) Teilzeitarbeit und ein rotierendes Arbeitszeitmodell unter Mitarbeitern sowie Life-long-learning könnten eine Arbeitslosenwelle verhindern.

   2. Die EU sollte die Bankaufsicht in der EZB ansiedeln, um die 
Koordination zu verbessern 

   1) um öffentlich nachrangig gestellte Darlehen (die als 
      Eigenkapital bewertet werden) den systemrelevanten Banken zur 
      Verfügung zu stellen, die sonst weiteres Geld der 
      Realwirtschaft entziehen würden. Europe's 500 unterstützt das 
      von Kommissar Joaquin Almunia kürzlich gemachte Statement, dass
      "das Bankensystem noch fertig repariert werden muss, um eine 
      nachhaltige Erholung sicherzustellen. " 
   2) um zwischenzeitlich Kapital zu geben anstatt bad assets zu 
      kaufen, sodass die Staatshaushalte vom Leverage der Banken 
      (1:10, equity:total assets) profitieren können. 
   3) um regionalen Widerstand und Kritik an öffentlich finanzierter 
      Bankenunterstützung zu reduzieren, denn wenn die 
      Bankenunterstützung vom Europäischen Level aus koordiniert 
      würde, würden die Banken die Unterstützung eher annehmen und 
      hätten weniger Sorge vor nationaler Kritik. 
   4) Es wäre besser die "Bad Banks" "long term asset funds" zu 
      nennen, und damit das Problem in eine Chance zu verwandeln, 
      weil geduldiges Kapital von der Wirtschaft geschätzt wird. 
   5) Die Unternehmer begrüßen den Vorschlag von Herrn King, 
      Präsident der Britischen Zentralbank, die Geschäftsbank von der
      Investmentbank zu trennen. Investmentbanken konzentrieren sich 
      auf (spekulative) Produkte und Dienstleistung und zeigen wenig 
      Interesse am Kreditgeschäft. Die Geschäftsbanken wären somit 
      wieder der Partner des Mittelstandes. 

3. Europäische Patentanmeldungen erleichtern, um Innovation zu fördern Eine nationale und eine europäische Patentanmeldung sollten ganz Europa abdecken

"Die Teilnehmer des Roundtable waren sehr besorgt, wie langsam die Europäische Kommission und insbesondere der European Council dieses Thema vorantreiben, wo es doch entscheidend wichtig für Wettbewerb und Innovation ist", sagt Martin Schoeller, Präsident von Europe's 500.

4. Kooperation der Gewerkschaften in der WTO, um soziale Standards und Lohnniveaus in den Entwicklungsländern zu fördern

Durch Lohnerhöhungen könnte die Innenmarktnachfrage in den BRIC-Ländern, insbesondere China, erhöht werden und könnte so auch den Absturz der Exporte nach Europa und USA kompensieren.

"Europe's 500, Entrepreneurs for Growth, würde es sehr begrüßen, wenn nicht nur die ILO sondern und auch die ITUC befragt und in die WTO Diskussionen einbezogen würde", sagt Martin Schoeller.

5. Mehr Unterstützung für grüne Technologien, v.a. erneuerbare Energien durch eine Beschleunigung der Nutzung erneuerbarer Energie mittels eines sicheren Einspeisetarifs in allen europäischen Ländern. Hier ist der Konsument bereit, etwas mehr für grüne Energie zu zahlen, sodass bereits die nächste Generation die Früchte von amortisierten Anlagen ernten kann.

Man erwartet sich konkrete Ergebnisse von der Klimakonferenz in Kopenhagen. Da Solarenergie im Überfluss vorhanden ist, sollte sich die Diskussion mehr auf die nachhaltige Entkarbonisierung verlagern.

Weitere Erkenntnisse des Roundtables:

Carlos Fernández, stellvertretender Geschäftsführer Informa D&B S.A. präsentierte anhand weltweiter Daten von D&B das finanzielle Abschneiden von 2.6 Millionen Europäischen Unternehmern seit 2005, das einen Rückgang des Handels seit der Finanzkrise aufzeigt. Die D&B Daten geben auch Aufschluss über das Zahlungsverhalten der europäischen Unternehmen, was ein klarer Indikator für die Verschärfung der Kreditklemme ist.

Andrew Wates, Vorsitzender der Wates Gruppe UK und Vorstandsmitglied des Family Business Network FBN betont, "dass in Zeiten des wirtschaftlichen Stresses langfristig geduldiges Kapital in vielen Familienunternehmen vorzufinden ist, das einen stabilisierenden Effekt auf die nationale Wirtschaft haben kann."

Robin Menzel, Partner von Augusta & Co erwähnte, dass Private Equity sich auf nachhaltige/langfristige Wertegenerierungsstrategien konzentrieren sollte.

Thierry Dedieu, Generalsekretär der CFDT und Vertreter der ITUC stimmte zu, dass während einer Wirtschaftskrise alles getan werden muss um, z.B. durch Teilzeit-Modelle und Life-long-learning, Arbeitnehmer langfristig zu beschäftigen und mehr Arbeitslosigkeit wegen Produktionsrückgang zu verhindern.

Manfred Bergmann von der Europäischen Kommission unterstützt die Idee, dass um Beschäftigung auch in niedrigen Wirtschaftszyklen aufrecht zu halten, vorübergehend Teilzeitarbeit gefördert werden soll. Das deutsche Modell der "Kurzarbeit" sollte in ganz Europa angewandt werden. Herr Bergmann betonte außerdem, dass es die Aufgabe der Unternehmer sei, neue Wachstumsquellen zu finden, die Politik könnte die Anreize schaffen, um sozial und umweltverträgliche Produkte stärker am Markt zu penetrieren, so wie karbonfreie erneuerbare Energien.

Dieses zukünftige Hauptwachstumsgebiet wurde von allen Teilnehmern, den Unternehmern,Gewerkschaften und Vertretern der Kommission als besonders wichtig für Europa's Führung in "greening the economy" angesehen.

Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin von The Boston Consulting Group, verwies auf die wachsende Wirtschaftskraft der Frauen, die heute schon 65 % der Konsumausgaben verantworten. Dies werde von vielen Unternehmen nur ungenügend berücksichtigt. Nach dem Motto "Women want more", dem neu erschienenen Buch von BCG, sieht sie vor allem neue Wachstumschancen bei Finanzdienstleistungen, in der Automobilindustrie, im Gesundheitswesen und bei langlebigen Konsumgütern Bereiche, wo sich Frauen derzeit nicht gut betreut fühlen.

Über Europe's 500:

Europe's 500 ist die Vereinigung der wachstumsstärksten unternehmergeführten Firmen in Europa. Die 1996 gegründete Organisation verbindet mehr als 2.300 Wachstumsunternehmer aus ganz Europa mit dem Ziel, einen Beitrag für Wachstum und mehr Arbeitsplätze in Europa zu leisten und Unternehmertum zu fördern. Europe's 500 versteht sich dabei nicht als Interessenvertretung im klassischen Sinne, sondern vielmehr als eine NGO, welche ihr Know-How und Erkenntnisse der EU zum Wohle der Allgemeinheit anbietet. Mit dem 'European Growth Summit' bietet Europe's 500 eine etablierte Plattform für den Dialog mit den EU-Institutionen und den Erfahrungsaustausch unter den Unternehmern. Europe's 500 steht interessierten wachstumsstarken Unternehmen aus Europa offen. Europe's 500 wird unterstützt von The Boston Consulting Group, Morgan Stanley, White & Case und D & B.

Pressekontakt:


Eva Schoeller-Prinzhorn
Europe's 500 Entrepreneurs for Growth
Zugspitzstr. 15
D-82049 Pullach
Tel.: +498955277115
Fax: +498955277299
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