Dortmund (ots) - Mit dem Positionspapier zum Städtelärmranking 2011 möchte die GEERS-Stiftung auf die akustische Situation in Deutschland aufmerksam machen, zur Diskussion auffordern, Forschungen anstoßen, Veränderungen vorschlagen und für eine verbesserte Hörkultur eintreten.
Prof. Diller, Vorstandsvorsitzender der GEERS-Stiftung: "Die akustische Umwelt steht in einem engen Zusammenhang zur Gesundheit und Lebensqualität aller Menschen in Deutschland. Mit dem Städtelärmranking, unseren Fördermaßnahmen und anderen vielfältigen Aktivitäten möchten wir eine Diskussion und Veränderungen anstoßen, die zu einer verbesserten Hörkultur in Deutschland führen. Neben staatlichen Maßnahmen trägt das Verhalten jedes Einzelnen zur Verbesserung der Hörkultur bei. Jeder sollte sich mit dem Thema "Lärm" auseinandersetzen und Verantwortung für seine akustische Umwelt übernehmen." Das Positionspapier verdeutlicht diesen Zusammenhang und die Haltung der GEERS-Stiftung.
Im Anhang zu dieser Pressemitteilung oder auf www.geers-stiftung.de kann das Positionspapier eingesehen werden. Weitere Informationen zum Hintergrund der Studie "Städtelärmranking 2011" und zu den Zielen und Aktivitäten der GEERS-Stiftung finden Sie ebenfalls auf der Website der Stiftung. Die Studie, die erstmalig die Lärmbelastung deutscher Großstädte miteinander vergleicht, wurde am 20.09.2011 in Berlin vorgestellt. Dabei wurden die lautesten und leisesten Städte Deutschlands ermittelt.
Anhang: Positionspapier der GEERS-Stiftung zum Städtelärmranking
Positionspapier der GEERS-Stiftung zum Städtelärmranking 2011
Das Brummen vorbeifahrender Autos, das Wummern der Musik aus einem Lautsprecher, das dumpfe Hämmern einer Baustelle, das schrille Klingeln eines Kaufhausalarms - Lärm gehört längst zu einem akzeptierten Alltagsphänomen. Die gemeinnützige GEERS-Stiftung möchte deshalb Politik und Gesellschaft für das Thema Hören sensibilisieren und an einer Verbesserung der Hörkultur in Deutschland mitwirken.
Mit diesem Ziel hat die GEERS-Stiftung eine Studie beauftragt, die erstmalig die Lärmbelastung deutscher Großstädte miteinander vergleicht. Die Ergebnisse wurden vergangene Woche in Berlin als "Städtelärmranking 2011" präsentiert. Die Studie zeigt auf, welche deutschen Metropolen besonders von Lärm belastet sind, und wo es sich ruhiger leben lässt.
Die GEERS-Stiftung möchte mit der wissenschaftlichen Untersuchung eine neue gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Denn oft werden die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Lärm unterschätzt: Zum einen besteht die Gefahr das Gehör selbst zu schädigen. Zum anderen kann dauerhafter Lärm die Kommunikation, die psychovegetative und die psychosoziale Situation eines Menschen negativ beeinflussen. Lärm kann zu Lernproblemen, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und sozialer Isolation beitragen.
Kurz: Die akustische Umwelt steht im engen Zusammenhang zur Gesundheit und Lebensqualität eines jeden Menschen. Die GEERS-Stiftung möchte daher Bewusstsein für das Problem "Lärm" schaffen und zur Verbesserung der akustischen Situation in Deutschland beitragen.
Bekannte Maßnahmen sind zum Beispiel: das Verkehrsaufkommen zu verringern, den Straßenbelag zu optimieren oder Schallschutzwände einzusetzen. Die Stiftung ist jedoch der Überzeugung, dass auch jeder Bürger sich differenziert mit dem Thema Lärm auseinandersetzen sollte und selbst etwas gegen täglichen Lärm unternehmen kann. Das betrifft alle Lebensbereiche, wie z.B. Schule, Arbeitsplatz, Freizeit, Verkehrsverhalten. Wo möglich sollte Lärm eingeschränkt werden, um sich und seine Mitmenschen zu schützen. Jeder sollte Verantwortung für sich, seine Kinder und seine Umwelt übernehmen und die Lärmquellen, die er beeinflussen kann, auf ein gesundes Maß regulieren. Das Verhalten jedes Einzelnen trägt zu einer Verbesserung der Hörkultur in Deutschland bei. Unser Lebensstil entscheidet über unsere Hörkultur und damit über unsere Lebensqualität. Dazu gehören auch die Schaffung und Nutzung von Ruheräumen und Ruhephasen. Lärmbelastete Ohren brauchen regelmäßig Erholung. So gehört das bewusste wahrnehmen von Stille als ein Genuss ebenfalls zu Lebensqualität und damit zu einer Hörkultur.
Die GEERS-Stiftung zeigt Lösungswege für eine bessere Hörkultur auf und fördert Forschungsvorhaben von Wissenschaftlern. So zeichnet die GEERS-Stiftung alle zwei Jahre für Arbeiten zu Fragen des Hörens, der Hörentwicklung, Diagnostik, Therapie und Förderung mit dem GEERS-Stiftungspreis aus. Er ist der einzige Preis seiner Art, der an Wissenschaftler vergeben wird und zeichnet hervorragende Ergebnisse auf dem Gebiet der Hörforschung-Diagnostik und Therapie aus.
Auf dem 16. multidisziplinären Kolloquium der GEERS-Stiftung am 13. und 14. Februar 2012 in Berlin beschäftigen sich Experten aus den Bereichen Medizin, Biologie, Psychologie, Pädagogik, Physik und Ingenieurwissenschaften mit dem Thema Hörkultur. Dabei werden unterschiedliche gesellschaftliche Aspekte erörtert, wie das Wohnen und Arbeiten in Gegenden mit ungünstigen akustischen Eigenschaften, die Inklusion von Hörbehinderten in der heutigen Gesellschaft und die über Akustik und Kognition hinausgehende Ebene der Kommunikation.
Öffentlichkeitswirksame Forschungsstudien, Information und Beratung der Politik und Medien, sowie die Förderung des fachlichen Austauschs von Experten - die GEERS-Stiftung leistet auf vielfältige Weise ihren Beitrag für eine Ausgestaltung der Hörkultur in Deutschland.
Pressekontakt:
Kontakt GEERS-STIFTUNG: Prof. Dr. phil. Gottfried Diller Vorstandsvorsitzender Mobil: +49 (0)171 5 2426 19 E-Mail: info@geers-stiftung.de

