"Hochdrucktage 2006" vom 25. bis 30. September 2006
Das unterschätzte Risiko
"Hochdrucktage 2006": Unerkannter Bluthochdruck oft Ursache für Herzinfarkt
Heidelberg (ots) - Heftiger Druck im Brustkorb, starkes Engegefühl und Luftnot, ausstrahlender Schmerz in den linken Arm, kalter Schweiß und schwacher Puls: Für die meisten Betroffenen kommt der Herzinfarkt völlig überraschend.
Dabei hat er sich oft über Jahre hinweg angebahnt: durch zu hohen Blutdruck. Bluthochdruck - von Ärzten Hypertonie genannt - ist heimtückisch. Er verursacht keine Schmerzen und kann so jahrelang unbemerkt den Organismus belasten und schädigen. Herzinfarkt ist eine der schwerwiegendsten Folgen der Hypertonie.
Die Zahlen sind alarmierend: 20 Prozent der Deutschen haben Bluthochdruck. Viele davon, ohne es zu wissen. So geht nahezu die Hälfte aller Todesursachen auf Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zurück.
Mit der richtigen Prävention könnten die meisten Infarkte, übrigens auch Schlaganfälle und Nierenversagen, verhindert werden. Die einfachste Möglichkeit ist, regelmäßig den Blutdruck zu messen.
Der Herzmuskel ist, wie alle anderen Organe, auf die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen und muss dafür ausreichend durchblutet werden. Das Blut wird dem Herzen über die Herzkranzgefäße zugeführt. Doch im Laufe eines Lebens können sich die Koronar-Gefäßwände verdicken und verhärten. Eine ungesunde Lebensweise mit zu viel und zu fettem Essen, Bewegungsmangel, eventuell reichlich Nikotin- und Alkoholgenuss schaffen die Voraussetzung für eine Arteriosklerose. Dabei lagert sich Cholesterin an den Gefäßwänden ab und behindert so den Blutfluss.
Beim Herzinfarkt verschließt sich ein arteriosklerotisch verändertes Herzkranzgefäß vollständig. Meist ist ein Blutgerinnsel (Thrombus) an einer verengten Gefäßstelle der Auslöser. Die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr ist somit unterbrochen. Gelingt es nicht, das verschlossene Gefäß innerhalb weniger Stunden wieder zu öffnen, stirbt der von diesem Gefäß versorgte Herzmuskel ab.
Ein weiterer Grund, warum ein Herzinfarkt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird: Die meisten Menschen meinen, ein Herzinfarkt sei "Männersache". Doch mittlerweile zählt der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Neben den typischen Beschwerden wie heftiger Druck im Brustkorb, starkes Engegefühl und Luftnot, ausstrahlender Schmerz in den linken Arm, kalter Schweiß und schwacher Puls treten bei Frauen öfter uncharakteristische Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot und Rückenschmerzen auf. Die Beschwerden können auch gering sein oder sogar fehlen (stummer Infarkt). Bei Verdacht auf Herzinfarkt muss unverzüglich gehandelt werden. Jede Minute zählt. Kostbare Zeit geht oftmals verloren, weil der Notarzt nicht sofort gerufen wird.
Einem Herzinfarkt kann man aber vorbeugen, indem man seinen
Lebensstil kritisch überprüft und daraus Konsequenzen zieht. Dazu
gehören:
- wenn nötig das Rauchen aufgeben
- fettarme und nährstoffreiche Ernährung (Mediterrane Kost)
- Gewicht reduzieren
- lernen, mit beruflichem Stress und privaten Belastungen
umzugehen und
- regelmäßig möglichst an frischer Luft bewegen. Das beugt
Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Übergewicht und damit
der Arteriosklerose vor.
Gesundheit ist messbar - Deshalb sollte ab dem 30. Lebensjahr der Blutdruck jedes Jahr mindestens einmal gemessen werden, damit rechtzeitig ein Anstieg über den Normwert erkannt und behandelt werden kann, bevor irreversible Krankheiten entstehen.
"Kennen Sie Ihre Werte?", lautet deshalb das Motto der "Hochdrucktage 2006". Vom 25. bis 30. September informieren in ganz Deutschland Selbsthilfegruppen, Ärzte und Kliniken die Bevölkerung über Bluthochdruck und seine schwerwiegenden Folgeerkrankungen.
Initiator der bundesweiten "Hochdrucktage 2006" ist die Deutsche Hochdruckliga (DHL) in Heidelberg. Wo und wann die örtlichen Informationsveranstaltungen stattfinden, steht im Internet unter www.hochdruckliga.de .
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