Paritätischer Wohlfahrtsverband

Altersarmut: Paritätischer kritisiert Rentenpolitik und fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung

Berlin (ots) - Als im höchsten Maße alarmierend bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband den neuerlichen Anstieg der Zahl der Altersgrundsicherungsbezieher um 7,4 Prozent auf einen neuen Höchststand. Der Verband übt scharfe Kritik an der bisherigen Rentenpolitik der Koalition und mahnt die Bundesregierung, umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung der Altersarmut in Deutschland zu ergreifen. Der Verband fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung und eine deutliche Erhöhung des Leistungsniveaus.

Der Paritätische weist darauf hin, dass sich die Zahl der Altersgrundsicherungsbezieher seit der Einführung dieser Leistung im Jahr 2003 auf aktuell rund 499.000 praktisch verdoppelt hat. Diese Entwicklung werde unaufhaltsam weitergehen, wenn nicht politisch gegengesteuert werde. "Die neuerlichen Rekordzahlen sind lediglich Vorboten einer auf uns zurollenden Lawine der Altersarmut. Ab Mitte des nächsten Jahrzehnts droht ein Heer von ehemals Langzeit- und Mehrfacharbeitslosen sukzessive und unaufhaltsam in die Altersarmut zu fallen", warnt Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Der Verband kritisiert eine falsche Prioritätensetzung in der bisherigen Rentenpolitik der Großen Koalition. "Der Koalitionsvertrag wird den tatsächlichen Herausforderungen in der Alterssicherung nicht gerecht. Altersarmut spielt so gut wie keine Rolle", kritisiert Schneider.

Um künftiger Altersarmut vorbeugen und bestehende Altersarmut zu beseitigen, fordert der Paritätische eine Reform der Altersgrundsicherung und legt dazu ein entsprechendes Konzept vor, das erhebliche Verwaltungsvereinfachungen und deutliche Leistungsverbesserungen vorsieht. Erforderlich sei eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze in der Altersgrundsicherung - inklusive altersspezifischem Mehrbedarf - auf 510 Euro. Unter der Voraussetzung, dass Stromkosten künftig wie Heiz-und Mietkosten in voller Höhe übernommen und einmalige Leistungen für größere Anschaffungen wieder gewährt werden, könnte dieser Betrag entsprechend niedriger ausfallen. Schließlich fordert der Verband großzügige Freibeträge auf Vorsorgeleistungen und Rentenansprüche.

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