Paritätischer Wohlfahrtsverband

Paritätischer fordert Sofortmaßnahmen gegen eklatanten Armutsanstieg

Berlin (ots) - Als verunglückten Mix aus zu einseitiger Auswahl und verwirrender Darstellung von Daten bezeichnete der Paritätische Wohlfahrtsverband den heute veröffentlichten dritten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Als Sofortmaßnahme gegen die eklatant angestiegene Armut in Deutschland fordert der Verband die schnellstmögliche Anhebung der Regelsätze in Hartz IV um 25 Prozent.

"Die Bundesregierung hat es auch beim dritten Mal nicht vermocht, einen objektiven Bericht über die Armut in Deutschland vorzulegen", kritisiert Heidi Merk, Vorsitzende des Paritätischen. "Die Regierung täte gut daran, den Bericht zukünftig von einer unabhängigen Sachverständigenkommission verfassen zu lassen. Nur so kann eine ungeschönte Informationspolitik sicher gestellt werden", so Merk. Selbst eine völlig einseitige Auslegung der vorliegenden Statistiken könne nicht darüber hinweg täuschen, dass die Schere zwischen Arm und Reich in nicht gekanntem Ausmaße auseinander klaffe. "Soll die große Armut vieler Menschen in Deutschland nicht noch unerträglicher werden, müssen sich die Anstrengungen jetzt vor allem auf Migranten, Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern konzentrieren," fordert Merk.

Der Verband begrüßt die im Bericht nunmehr verbindlich festgeschriebene Ankündigung der Bundesregierung, das Kindergeld zum 1. Januar 2009 zu erhöhen. Es seien jedoch weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Armutsbekämpfung zwingend notwendig. So fordert der Paritätische als Sofortmaßnahme die Anhebung der Hartz IV-Regelsätze um 25 Prozent. Mittelfristig seien die Transferleistungen für Familien zu erhöhen sowie der Ausbau von kostenlosen Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder voranzutreiben. Der Verband fordert darüber hinaus den verstärkten Ausbau öffentlicher Beschäftigung für besondere Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt.

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