Lernstrategien bei Lesen und Schreiben
Vier Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen aus der Lernforschung erhalten LOS-Förderpreis 2008/2009 von 6.000 EURO

Saarbrücken (ots) - Der Wissenschaftliche Beirat der LOS verleiht in diesem Jahr den LOS-Förderpreis Lesen und Schreiben an vier Nachwuchswissenschaftlerinnen von den Universitäten Giessen, Potsdam, Münster und Göttingen.

Platz 1:

Platz eins belegte Diplom-Psychologin Vanessa Seuring von der Justus Liebig Universität Giessen mit ihrer Diplomarbeit: "Förderung des Leseverständnisses in der 7. Klasse mittels tutoriellem Lesen. Analyse von Transferleistungen im Deutsch- und Englischunterricht". Ein wichtiges Merkmal des tutoriellen Lesens bestand u.a. darin, dass immer ein lesestärkerer und ein leseschwächerer Schüler als Paar zusammenarbeiten, die sich bei verschiedenen Lernaktivitäten in den Rollen des Tutors und des Lesers abwechseln. Vanessa Seuring konnte in ihrer Arbeit zeigen, dass mit den ein-gesetzten Lernstrategien die basale Lesefertigkeit sowie das Leseverständnis bei Realschülern der siebten Klassenstufe signifikant gesteigert werden konnte. Vanessa Seuring setzt ihre Forschungsarbeit als Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. J.C. Brunstein fort mit dem Thema: "Förderung des Leseverständnisses mit Methoden des reziproken Lehrens".

Platz 2:

Der mit 2.000 Euro dotierte zweite Platz geht an Dr. Christiane Ritter von der Universität Potsdam. Christiane Ritter widmete sich in ihrer Dissertation dem Thema "Entwicklung und empirische Überprüfung eines Lesetrainings auf Silbenbasis". Sie konnte in einer Pilotstudie zeigen, dass leseschwache Kinder, die an dem Training teilnahmen, ihre Lesefähigkeit im Schnitt deutlich verbessern konnten und die Fortschritte auch drei Monate nach dem Training noch erkennbar waren.

Platz 3

Den dritten Platz und damit ein Preisgeld in Höhe 1.000 Euro teilen sich Dr. Claudia Leopold, Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Diplom-Psychologin Katrin Kröninger am Sozialpädiatrisches Zentrum der Georg August-Universität Göttingen. Claudia Leopold erhielt den Preis für die Ergebnisse in ihrer Dissertation über das Thema: "Texte verstehen mit Lernstrategien. Spontaner Einsatz und Förderung von Lernstrategien". Katrin Kröninger untersuchte in ihrer Diplomarbeit die Auswirkungen vorschulischer Förderung auf phonologische Bewusstheit und Buchstabenkenntnis.

Der Preis

Der Förderpreis Lesen und Schreiben wird vom Wissenschaftlichen Beirat des LOS-Verbundes seit sechs Jahren in zweijährigem Rhythmus verliehen unter der Thematik "Die Förderung/Therapie von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Problemen im Lesen und Schreiben". Innovative wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung/Therapie von jungen Menschen mit Problemen im Lesen und Schreiben bzw. mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche sowohl in der Mutter- wie auch in der Fremdsprache wurden mit insgesamt 6.000 Euro prämiert.

Der Wissenschaftliche Beirat

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates sind u. a. Prof. Dr. Günter Esser, Professor für Klinische Psychologie an der Universität Potsdam und Direktor der Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung, Dr. Peter May, wissenschaftlicher Direktor im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und Prof. Dr. Kurt Meiers, Emeritus der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

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