Tiergerecht: Eier aus der neuen Kleingruppenhaltung
Tierschutzorganisationen verunsichern Verbraucher beim Eierkauf
Wissenschaftliche Studien belegen: Kleingruppenhaltung ist tiergerecht

Berlin (ots) - "Eier aus der Kleingruppenhaltung sind Käfigeier" mit dieser Meldung verunsichern Tierschutzorganisationen in den letzten Wochen erneut die Verbraucher. Denn: Diese pauschalisierende Behauptung ist bewusst irritierend formuliert und zeugt zudem von einem Desinteresse an wissenschaftlich belegten Daten und Untersuchungen zur in Deutschland zugelassenen Kleingruppenhaltung. Richtig ist: Auch wenn die neue Kleingruppenhaltung durchaus als ein System der Käfighaltung bezeichnet werden kann, hat sie mit der konventionellen Käfighaltung absolut nichts mehr zu tun.

"Eigentlich wollten wir uns an dieser unsachlichen und vom Tierschutz rein emotional geführten Diskussion um die Kleingruppenhaltung nicht mehr beteiligen", so Dr. Bernd Diekmann, Vorsitzender des Bundesverband Deutsches Ei e.V. "Aber nach den wiederholten unqualifizierten Äußerungen zur Kleingruppenhaltung - insbesondere durch Vier Pfoten, die sich zum Wortführer der Verbraucher machen und das mit massiven Falsch- und Fehlinformationen - sehen wir die Notwendigkeit, die Fakten noch einmal wahrheitsgemäß und den Tatsachen entsprechend darzustellen", so Diekmann weiter.

Die Fakten zur neuen Kleingruppenhaltung und Kennzeichnung von Eiern aus der neuen Kleingruppenhaltung im Überblick:

1. Die Kleingruppenhaltung wurde 2006 mit Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung von Bund und Ländern als Legehennehaltungssystem in Deutschland zugelassen. Neben der Ökologischen Erzeugung sowie der Freiland- und der Bodenhaltung ist die Kleingruppenhaltung damit die vierte in Deutschland durch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung rechtlich zulässige und gleichberechtigte Legehennenhaltungsform.

2. Die Kleingruppenhaltung steht in voller Übereinstimmung mit dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel des Tierschutzes.

3. Die Kleingruppenhaltung ist das Ergebnis mehrjähriger internationaler Forschungen und Untersuchungen sowie praktischer Erprobungen unter Berücksichtigung der Aspekte Tierverhalten, Tiergesundheit, Verbraucher- und Umweltschutz sowie Arbeitswirtschaft. Sie ist die modernste und wissenschaftlich intensivst begleitete Haltungsform. Auch andere Länder wie z.B. die Niederlande beabsichtigen diese Haltungsform aufzunehmen.

4. In der neuen Kleingruppenhaltung sind die Bedürfnisse der Tiere durch ein größeres Platzangebot und die Strukturierung in Einstreufläche, Nest und Sitzstangen erfüllt. Mit einem abgedunkelten Nest zur ungestörten Eiablage, Sitzstangen für erhöhtes Ruhen und Einstreu zur Ausübung von Scharren und Picken, ermöglicht die Kleingruppenhaltung den Legehennen ein verhaltens- und tiergerechtes Leben. Die Gruppengröße von mindestens 20 bis zu 60 Hennen bietet eine damit verbundene, entsprechend erweiterte Bewegungsfläche von bis zu 5,3 qm. Auch die sehr gute Tiergesundheit als ein Aspekt des Tierschutzes spricht in besonderer Weise für die Kleingruppenhaltung. So kann z.B. in der Kleingruppenhaltung aufgrund des starken sozialen Gefüges auf das sonst in der Legehennenhaltung übliche Schnabelkürzen verzichtet werden.

5. Was die Bezeichnung "Kleingruppenhaltung" angeht, so ist dies der amtliche Begriff der Haltungsform in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Deutschland. Das Kennzeichnungsrecht sieht im Sinne einer sachgerechten Verbraucherinformation eine Kennzeichnung "Eier aus Kleingruppenhaltung" auf der Verpackung sowie direkt auf jedem Ei mit dem Begriff "Kleingruppenhaltung" auf der Schale vor. Im Erzeugercode sind Eier aus der Kleingruppenhaltung mit der Ziffer 3 gekennzeichnet. Die zusätzliche Kennzeichnung mit "Kleingruppenhaltung" ermöglicht Verbrauchern eine Unterscheidung zu Eiern aus der herkömmlichen Käfighaltung, die in Deutschland auch aufgrund des Engagements der deutschen Eierwirtschaft inzwischen verboten ist.

"Es muss endlich Schluss sein, mit dieser immer wieder aufs Neue angezettelten unsäglichen Diskussion um die Kleingruppenhaltung. Jeder, der sich wirklich mit den Fakten auseinandersetzt, wird feststellen, dass diese für die Kleingruppenhaltung sprechen", so Diekmann.

Der BDE fordert, dass Tierschutzorganisationen die Verbraucher nicht länger in die Irre führen und mit ihren bewussten Fehlinformationen letztendlich für dumm verkaufen. Die herkömmliche Käfighaltung ist in Deutschland abgeschafft. Daher ist es unverantwortlich, immer wieder Szenarien zu zitieren, die gar nicht mehr existieren. Zudem fordert der BDE, dass sich auch die Politik intensiver an einer sachlichen Verbraucherinformation beteiligt als es derzeit der Fall ist. Denn Fakt ist: Eier aus der neuen Kleingruppenhaltung ergänzen das Eierangebot in Deutschland um eine weitere tiergerechte und zudem preisattraktive Alternative.

Für Rückfragen:

 
Bundesverband Deutsches Ei e.V. 
Dr. Thomas Janning 
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