Aktionsbündnis gegen AIDS

Neuer Aids-Bericht zeigt wichtige Erfolge, aber auch große Herausforderungen

Berlin (ots) - Nach jüngsten Zahlen von UNAIDS haben inzwischen 15 Millionen Menschen Zugang zu lebensnotwendiger HIV-Behandlung, aber etwa die gleiche Zahl braucht noch immer dringend HIV-Medikamente. Nur etwa 35 Prozent der Jugendlichen haben ausreichendes Wissen darüber, wie man sich vor HIV schützt und noch immer infizieren sich 2 Millionen Menschen jährlich mit HIV. Die Zahl Aids-bedingter Todesfälle geht zurück, aber Aids ist weltweit immer noch die Haupttodesursache für Frauen im reproduktiven Alter.

"Die Erfolge bei HIV und Aids bestätigen zwar, dass ein Ende von Aids bis 2030 möglich ist, aber dazu muss jetzt von allen Seiten mehr investiert werden, damit die Lücken geschlossen werden und alle Menschen Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Pflege haben. In dieser Hinsicht sind wir noch nicht einmal auf halbem Wege", so Astrid Berner-Rodoreda, Sprecherin des Aktionsbündnis gegen AIDS. "Die insgesamt für HIV-Maßnahmen in Ländern niedriger und mittlerer Einkommen bereitgestellten Finanzmittel müssen laut UNAIDS von derzeit 21,7 Milliarden auf 32 Milliarden US-Dollar schon im Jahr 2020 steigen. Dazu gehört auch, dass der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria endlich vollständig finanziert wird. Durch die Finanzierung von umfassenden Präventions- und Behandlungsprogrammen stellt der Fonds ein Schlüsselinstrument gegen die drei Krankheiten dar und trägt ebenso zu genereller Gesundheitssystemstärkung bei" so die HIV-Expertin weiter.

Neben einer ausreichenden Finanzierung muss es auch mehr gesellschaftliche Verantwortung geben. "Wir benötigen evidenz-basierte und an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Präventionsprogramme von Regierungen, Zivilgesellschaft und kirchlichen Gruppen und eine konstruktive Auseinandersetzung zum Thema Sexualität und Homosexualität, so dass Menschen sich schützen können und Zugang zu Gesundheitsdiensten bekommen", so Berner-Rodoreda. "Aber auch die Pharmaindustrie und Diagnostikahersteller müssen mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Wir benötigen kostengünstigere HIV-Medikamente, vor allem, was neuere Therapielinien betrifft und bezahlbare Diagnostika, um sicherstellen zu können, dass die Therapie auch wirksam ist. Auch muss es für Kinder bessere Kombinationspräparate und adäquate HIV-Tests für Neugeborene geben".

Gemeinsam gilt es, diese Herausforderungen anzugehen - dann erst wird man die Aids-Epidemie überwinden können.

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