Immenstadt (ots) - Der tibetische Buddhismus hat in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Das stellte Seine Heiligkeit Karmapa Thaye Dorje (gespr. "Dordsche"), das geistliche Oberhaupt einer der größten buddhistischen Schulen Tibets, am Montag zum Auftakt seines Besuchs in Immenstadt im Allgäu fest. Den entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung trage Lama Ole Nydahl. Seit 40 Jahren gebe der Däne unermüdlich die Belehrungen weiter, die er vom 16. Karmapa und anderen tibetischen Lehrmeistern empfangen habe.
Im Rahmen einer Feierstunde im Europazentrum des Diamantweg-Buddhismus würdigte der Karmapa vor 3000 Teilnehmern die unermüdliche und selbstlose Aufbauarbeit von Lama Ole Nydahl als einzigartig. "Ich wünsche ihm ein langes, kraftvolles Leben, so dass er den Buddhismus noch viel mehr Menschen zugänglich machen kann", erklärte der Karmapa.
Lama Ole Nydahl versprach seinen Einsatz fortzusetzen und sagte: "Wer anderen über dieses Leben hinaus helfen will, gibt ihnen das Vertrauen, dass ihr Geist klares Licht und gleichzeitig wie der Raum ist: nie erschaffen und daher unzerstörbar. Es gibt nicht ein einziges Wesen auf der Welt, das davon keinen Nutzen hätte. Als Buddhisten geben wir anderen Menschen das Vertrauen, dass alles, was dauerhaft ist, schon im eigenen Geist liegt."
Der heute 71-jährige Nydahl und seine im Jahr 2007 verstorbene Frau Hannah hatten den 16. Karmapa 1969 bei ihrer Hochzeitsreise nach Nepal kennengelernt und drei Jahre bei ihm und hohen Meditationsmeistern im Himalaya verbracht. 1972 bat ihn der 16. Karmapa, den Buddhismus im Westen zu lehren. Seitdem reist er zwei Mal jährlich um die Welt, hält täglich Vorträge und hat Hunderttausenden den Buddhismus nahe gebracht. Zusammen mit seinen Schülern hat er 634 Meditationszentren in 54 Ländern gegründet, 145 davon in Deutschland. Die dort vermittelte buddhistische Richtung des Diamantwegs geht auf den historischen Buddha zurück. Sie lässt sich besonders gut mit dem Alltag verbinden und spricht Menschen aller Schichten und Altersgruppen an. Die Arbeit in den Zentren ist rein ehrenamtlich organisiert.
Im Jahr 2007 hat die von Nydahl gegründete Buddhismus Stiftung Diamantweg das Europazentrum bei Immenstadt als Begegnungsstätte für Buddhisten aus aller Welt gegründet. Auf dem 49 Hektar großen Gelände findet noch bis zum 12. August der Internationale Buddhistische Sommerkurs statt. Seit Dienstag erklärt der Karmapa dort, wie moderne Buddhisten das Beispiel der Meditationsmeister aus dem alten Tibet auf ihr heutiges Leben übertragen können.
Seine Heiligkeit Karmapa Thaye Dorje (gesprochen "Dordsche"), 29, wurde entsprechend der Tradition der Karma Kagyü Linie (gespr. "Kadschü") 1994 als deren geistliches Oberhaupt, der 17. Karmapa, anerkannt. Die Karma Kagyü Linie blickt auf eine mehr als 200 Jahre ältere Tradition zurück als die Schule des Dalai Lama. S.H. der 17. Gyalwa Karmapa Trinley Thaye Dorje - so der vollständige Titel - wurde 1983 in Tibet geboren. Im März 1994 entkamen er und seine Familie nach Indien. Im November 1996 legte er die Mönchsgelübde bei einer Großzeremonie im Tempel von Bodhgaya ab, an Buddhas Erleuchtungsort in Indien. Anschließend erhielt er den Namen Trinley ("Buddha-Aktivität") Thaye ("grenzenlos") und Dorje ("unerschütterlich"). Seine am 16. Juni begonnene Europareise hat das Kagyü-Oberhaupt bereits nach Spanien, Litauen, Ungarn, Frankreich und England geführt. Er legt großen Wert auf den Austausch mit jungen Menschen in aller Welt und hat unter anderem die Facebook-Initiative "Wealth of Europe" gestartet, die sich der Bedeutung von Werten in der modernen Gesellschaft widmet (http://facebook.com/wealthofeurope http://www.presseportal.de/pm/106063)
Mehr Infos: www.diamantweg.de , www.karmapa.org , www.lama-ole-nydahl.de
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